Die Heizleistung gibt an, wie viel Wärme eine Anlage pro Zeiteinheit abgeben kann — angegeben in Kilowatt. Sie ist die zentrale Auslegungsgröße: Ist sie zu klein, wird das Haus an kalten Tagen nicht warm. Ist sie zu groß, taktet die Anlage, verschleißt schneller und verbraucht mehr Strom. Gerade bei Wärmepumpen ist die Überdimensionierung der häufigste Planungsfehler.
Heizleistung, Heizlast, Wärmebedarf — die Begriffe
- Heizlast (kW): Leistung, die das Gebäude am kältesten Auslegungstag benötigt — berechnet nach DIN EN 12831
- Heizleistung (kW): Leistung, die der Wärmeerzeuger bereitstellt; muss die Heizlast decken
- Wärmebedarf (kWh/a): Energiemenge übers Jahr — relevant für die Kosten, nicht für die Auslegung
- Norm-Außentemperatur: ortsabhängiger Auslegungswert; für München liegt er bei rund −14 °C
Wie die Heizlast korrekt berechnet wird
Die raumweise Berechnung addiert für jeden Raum zwei Anteile:
- Transmissionswärmeverlust: Wärme, die durch Wände, Fenster, Dach und Boden entweicht — abhängig von Fläche, U-Wert und Temperaturdifferenz
- Lüftungswärmeverlust: Wärme, die mit der Luft verloren geht — abhängig von Raumvolumen und Luftwechselrate
Dazu kommen Zuschläge, etwa für die Wiederaufheizung. Das Ergebnis ist die Grundlage für Gerätewahl, Heizkörperdimensionierung und den hydraulischen Abgleich nach Verfahren B. Wir liefern das als Heizlastberechnung inklusive Protokoll für den Fördernachweis.
Schnellschätzung — nur zur Orientierung
| Gebäudestandard | Spezifische Heizlast | Beispiel 150 m² |
|---|---|---|
| unsanierter Altbau | 100–150 W/m² | 15,0–22,5 kW |
| teilsaniert | 70–100 W/m² | 10,5–15,0 kW |
| saniert / ab Baujahr 2000 | 40–70 W/m² | 6,0–10,5 kW |
| Neubau nach GEG | 25–40 W/m² | 3,8–6,0 kW |
Diese Werte ersetzen keine Berechnung. Sie eignen sich, um ein Angebot auf Plausibilität zu prüfen: Wird für ein saniertes 150-m²-Haus eine 16-kW-Wärmepumpe angeboten, ist das ein Warnsignal.
Verbrauchsmethode: Heizlast aus dem Verbrauch ableiten
Für Bestandsgebäude ist eine Näherung über den bisherigen Brennstoffverbrauch üblich. Vereinfacht: Jahresverbrauch in kWh geteilt durch die jährlichen Vollbenutzungsstunden — für Deutschland als Richtwert 1.800 bis 2.200 Stunden.
Beispiel: 20.000 kWh Wärmebedarf ÷ 2.000 h = 10 kW Heizlast. Wichtig: Der Warmwasseranteil muss herausgerechnet und der Nutzungsgrad des alten Kessels berücksichtigt werden. Die Methode liefert einen guten Plausibilitätscheck, ersetzt aber die raumweise Rechnung für die Heizkörperauslegung nicht.
Warmwasser und Sperrzeiten einrechnen
- Warmwasser: Als Richtwert 0,2 bis 0,25 kW je Person zusätzlich, je nach Speicher und Komfortanspruch
- Sperrzeiten des Netzbetreibers: Bei steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG ist ein Leistungszuschlag üblich
- Bivalenzpunkt: Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen wird die Leistung meist so gewählt, dass ein Heizstab nur an wenigen sehr kalten Tagen einspringt
Was passiert bei falscher Auslegung?
| Fall | Folge |
|---|---|
| zu groß | Takten, hoher Verschleiß am Verdichter, schlechtere JAZ, höhere Investition |
| zu klein | Heizstab läuft häufig, Stromkosten steigen, an sehr kalten Tagen bleibt es kühl |
| Vorlauftemperatur zu hoch geplant | JAZ sinkt spürbar, Betriebskosten steigen dauerhaft |
Die Verbindung zwischen Auslegung und Betriebskosten erklärt der Beitrag zur Jahresarbeitszahl. Modulierende Inverter-Wärmepumpen verzeihen eine leichte Überdimensionierung besser als Fixdrehzahlgeräte — beliebig groß darf es trotzdem nicht sein.
Heizleistung der Heizkörper prüfen
Auch jeder Heizkörper hat eine Leistungsangabe — allerdings bezogen auf ein Normauslegungspaar, häufig 75/65/20 °C. Bei 45/35 °C liefert derselbe Heizkörper nur noch einen Bruchteil davon. Deshalb gehört zur Wärmepumpenplanung immer der Abgleich zwischen Raumheizlast und tatsächlicher Heizkörperleistung bei der geplanten Vorlauftemperatur. Mehr dazu unter Heizkörper oder Fußbodenheizung.
Fazit
Heizleistung ist keine Frage der Wohnfläche, sondern das Ergebnis einer Rechnung. Wer sie sauber ermittelt, bekommt eine Anlage, die leise, sparsam und langlebig arbeitet — und erfüllt gleichzeitig die Fördervoraussetzungen. Wir berechnen die Heizlast für Ihr Gebäude in München und Oberbayern: Berechnung anfragen.


