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Ratgeber

Schwerkraftheizung: erkennen, bewerten, umbauen.

Schwerkraftheizung erkennen und verstehen: Funktion, Vor- und Nachteile und wie der Umbau auf eine Wärmepumpe gelingt — inklusive Kosten und Förderung.

Münchener Wärmepumpen2 Min. Lesezeit
Schwerkraftheizung: erkennen, bewerten, umbauen

Die Schwerkraftheizung — auch Thermosiphon- oder Naturumlaufheizung genannt — kommt ohne Umwälzpumpe aus. Sie nutzt aus, dass warmes Wasser leichter ist als kaltes und von allein nach oben steigt. In Gebäuden aus der Zeit vor etwa 1970 findet man sie noch. Beim Heizungstausch ist sie kein Ausschlusskriterium, verlangt aber eine bewusste Planung des Rohrnetzes.

So funktioniert das Prinzip

Der Kessel steht ganz unten im Keller. Erwärmtes Wasser steigt über eine dicke Steigleitung nach oben, verteilt sich zu den Heizkörpern, kühlt dort ab und fließt schwerer über den Rücklauf zurück. Antrieb ist allein der Dichteunterschied. Damit das funktioniert, braucht es große Rohrquerschnitte, ein deutliches Gefälle und hohe Temperaturunterschiede zwischen Vor- und Rücklauf.

Woran Sie eine Schwerkraftheizung erkennen

  • auffällig dicke Rohre mit 2 bis 3 Zoll Durchmesser, oft sichtbar unter der Kellerdecke
  • keine Umwälzpumpe im Heizkreis oder eine sichtbar nachträglich eingebaute
  • Rohre mit sichtbarem Gefälle, häufig als Verteilung unter der Kellerdecke und Steigleitungen in den Ecken
  • alte Gussradiatoren mit großem Wasserinhalt
  • offenes Ausdehnungsgefäß im Dachgeschoss bei sehr alten Anlagen
  • Baujahr des Hauses vor etwa 1970

Vor- und Nachteile

VorteilNachteil
kein Pumpenstrom nötighohe Systemtemperaturen erforderlich
läuft auch bei Stromausfallträge Regelung, schlechte Einzelraumsteuerung
sehr langlebige Bauteilehoher Wasserinhalt und große Wärmeverluste im Rohrnetz
geräuschloser Betriebhydraulischer Abgleich kaum möglich

Geht damit eine Wärmepumpe?

Nicht unverändert. Eine Schwerkraftanlage ist auf Vorlauftemperaturen von 70 bis 90 °C ausgelegt — Wärmepumpen arbeiten wirtschaftlich unter 55 °C. Der Umbau ist aber machbar und häufig einfacher als befürchtet, weil die großen Querschnitte kaum Druckverlust erzeugen. Typische Schritte:

  1. Umwälzpumpe ergänzen — meist eine kleine Hocheffizienzpumpe, da der Widerstand gering ist
  2. Heizkörper prüfen und teilweise vergrößern, damit sie bei 50 °C ausreichen — siehe Heizkörper tauschen
  3. voreinstellbare Thermostatventile nachrüsten als Voraussetzung für den hydraulischen Abgleich
  4. Rohrleitungen im Keller dämmen — bei diesen Querschnitten ein spürbarer Posten
  5. offenes Ausdehnungsgefäß gegen ein geschlossenes Membrangefäß tauschen
  6. System spülen, da nach Jahrzehnten Schlamm und Magnetit im Wasser sind

Ob das reicht, entscheidet die raumweise Heizlastberechnung zusammen mit einem Praxistest der benötigten Vorlauftemperatur. Wie das im unsanierten Bestand läuft, zeigt Wärmepumpe im Altbau.

Was das kostet

Die Umbaumaßnahmen bewegen sich meist im niedrigen bis mittleren vierstelligen Bereich, je nach Anzahl der zu tauschenden Heizkörper und Ventile. Da sie im direkten Zusammenhang mit dem Heizungstausch stehen, zählen sie zu den förderfähigen Umfeldmaßnahmen — gefördert mit demselben Satz wie die Wärmepumpe, bis zu 70 % auf maximal 30.000 € förderfähige Kosten der ersten Wohneinheit. Details unter Förderberatung.

Der große Wasserinhalt hat auch Vorteile

Was für den Kessel ein Nachteil war, hilft der Wärmepumpe: Das große Anlagenvolumen wirkt wie ein Pufferspeicher und verhindert Takten. In vielen umgebauten Schwerkraftanlagen kann deshalb auf einen separaten Pufferspeicher verzichtet oder er kleiner ausgeführt werden — das spart Platz und Kosten.

Fazit

Eine Schwerkraftheizung ist ein Stück Technikgeschichte, aber kein Hindernis für den Umstieg. Pumpe ergänzen, einzelne Heizflächen vergrößern, abgleichen — dann läuft auch hier eine Wärmepumpe wirtschaftlich. Wir beurteilen Ihr System vor Ort in München und Oberbayern: Anfrage stellen.

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