Eine Zentralheizung erzeugt die Wärme an einer Stelle im Gebäude und verteilt sie über ein Rohrnetz in alle Räume — im Gegensatz zur Einzelraumheizung mit Ofen oder Nachtspeicher. Fast jedes Wohngebäude in Deutschland ist so aufgebaut. Genau das ist die gute Nachricht beim Heizungstausch: Das Verteilnetz bleibt, ausgetauscht wird in der Regel nur der Wärmeerzeuger.
Aufbau: Diese Komponenten stecken drin
- Wärmeerzeuger im Heizraum: Kessel, Wärmepumpe oder Fernwärme-Übergabestation
- Speicher: Pufferspeicher für Heizwasser, separater Speicher für Trinkwarmwasser
- Umwälzpumpe und Verteiler mit Heizkreisen
- Rohrnetz als Zweirohr- oder — in älteren Gebäuden — Einrohrsystem
- Heizflächen: Heizkörper oder Flächenheizung mit Thermostatventilen
- Regelung: witterungsgeführte Steuerung über Außenfühler und Heizkurve
Arten der Zentralheizung
| Art | Wärmeerzeuger | Typische Vorlauftemperatur | Zukunftsfähig |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpen-Zentralheizung | Luft-Wasser oder Sole-Wasser | 35–55 °C | ja, GEG-konform |
| Fernwärme | Übergabestation, kein eigener Kessel | netzabhängig | ja, im Versorgungsgebiet |
| Gas-Zentralheizung | Brennwertkessel oder Gastherme | 50–70 °C | eingeschränkt |
| Öl-Zentralheizung | Brennwert- oder Niedertemperaturkessel | 55–75 °C | nein |
| Holz / Pellets | Pellet- oder Scheitholzkessel mit Puffer | 50–70 °C | ja, mit Lagerraum |
Abzugrenzen ist die Etagenheizung: Dort versorgt eine Therme nur eine Wohnung. Eine zentrale Anlage für das ganze Haus ist in der Regel effizienter zu betreiben und einfacher auf eine Wärmepumpe umzustellen.
Zentralheizung auf Wärmepumpe umstellen
Der Umbau ist meist unspektakulärer, als viele erwarten. Das bestehende Rohrnetz und häufig auch die vorhandenen Heizkörper bleiben. Entscheidend ist die Frage, mit welcher Vorlauftemperatur das Gebäude an einem kalten Tag auskommt.
- Heizlast raumweise berechnen statt pauschal schätzen
- Heizflächen prüfen: reichen die Bestandsheizkörper bei 50 °C? Oft ja, teils werden einzelne getauscht
- Hydraulischen Abgleich nach Verfahren B durchführen — Pflicht für die Förderung
- Warmwasser lösen: Speicherladung oder separate Brauchwasser-Wärmepumpe
- Aufstellort und Schall klären, Leitungswege planen
Wie das im unsanierten Gebäude läuft, zeigt der Beitrag Wärmepumpe im Altbau. Die technische Grundlage liefert unsere Heizlastberechnung.
Wann sich die Modernisierung lohnt
- der Kessel ist älter als 20 Jahre oder fällt häufiger aus
- Ersatzteile sind nur noch schwer zu bekommen
- die Heizkosten steigen durch den CO₂-Preis spürbar
- ohnehin steht eine Sanierung an: Bad, Estrich, Fassade oder Dach
- eine Photovoltaikanlage ist vorhanden oder geplant
Für den Austausch der Zentralheizung gegen eine Wärmepumpe sind über die KfW bis zu 70 % Zuschuss möglich, maximal bezogen auf 30.000 € förderfähige Kosten der ersten Wohneinheit. Wir übernehmen die Förderberatung und den Antrag im Rahmen des Auftrags.
Betrieb und Wartung
Eine Zentralheizung läuft am effizientesten, wenn Heizkurve, Pumpe und Ventile aufeinander abgestimmt sind. Typische Stellschrauben: Heizkurve absenken, Nachtabsenkung bei Wärmepumpen zurückhaltend einsetzen, Hocheffizienzpumpe nachrüsten, Rohrleitungen im unbeheizten Keller dämmen. Die jährliche Wartung hält Wirkungsgrad und Gewährleistung stabil; bei Ausfall greift unser Notdienst.
Fazit
Die Zentralheizung ist der Standard — nicht das Problem. Modernisiert wird der Wärmeerzeuger, während Verteilung und Heizkörper meist bestehen bleiben. Ob Ihr Haus mit 45, 50 oder 55 °C Vorlauf auskommt, klären wir vor Ort in München und Umland: unverbindliche Anfrage stellen.



