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Ratgeber

Heizung nachfüllen: Anleitung, Solldruck und Wasserqualität.

Heizung richtig nachfüllen: Solldruck je Gebäudehöhe, Anleitung in sechs Schritten, Wasserqualität nach VDI 2035 und was Druckverlust bedeutet.

Münchener Wärmepumpen2 Min. Lesezeit
Heizung nachfüllen: Anleitung, Solldruck und Wasserqualität

Fällt der Anlagendruck unter etwa 1,0 bar, kommt in den oberen Etagen keine Wärme mehr an und die Umwälzpumpe zieht Luft. Nachfüllen ist grundsätzlich einfach — aber es gibt zwei Punkte, an denen häufig Fehler passieren: der richtige Solldruck und die Qualität des Füllwassers. Beides entscheidet über die Lebensdauer der Anlage.

Welcher Druck ist richtig?

GebäudehöheSolldruck (Richtwert, kalte Anlage)
Einfamilienhaus, 2 Geschosse1,2–1,5 bar
3 Geschosse1,5–1,8 bar
Mehrfamilienhaus, höhernach Anlagendokumentation, oft über 2,0 bar

Der verbindliche Wert steht am Kessel, im Schaltschrank oder in der Anlagendokumentation — oft als roter Zeiger am Manometer markiert. Im warmen Betrieb steigt der Druck um etwa 0,2 bis 0,3 bar; abgelesen wird bei kalter Anlage.

Anleitung in sechs Schritten

  1. Anlage abkühlen lassen und Umwälzpumpe ausschalten.
  2. Füllschlauch anschließen am Füll- und Entleerungshahn (KFE-Hahn), das andere Ende an den Wasseranschluss beziehungsweise die Aufbereitungspatrone.
  3. Schlauch entlüften: Wasser kurz durchlaufen lassen, bevor der KFE-Hahn geöffnet wird — sonst drücken Sie Luft in die Anlage.
  4. Langsam füllen und das Manometer dabei beobachten. Nicht über den Sollwert hinausschießen.
  5. Hähne schließen, Schlauch abnehmen, Pumpe wieder einschalten.
  6. Heizkörper entlüften — Anleitung unter Heizung entlüften — und den Druck danach erneut prüfen; er fällt durch das Entlüften wieder ab.

Füllwasser: der unterschätzte Punkt

Nach VDI 2035 muss Heizungswasser je nach Anlagenleistung und spezifischem Anlagenvolumen enthärtet oder entsalzt werden. Im Münchner Raum ist das Leitungswasser hart — direktes Nachfüllen aus der Leitung führt zu Kalkablagerungen an den heißesten Stellen: im Wärmetauscher der Wärmepumpe oder des Kessels. Folgen sind sinkende Leistung, Strömungsgeräusche und im schlechtesten Fall der Ausfall des Wärmetauschers.

  • Für kleine Nachfüllmengen gibt es Aufbereitungspatronen zum Zwischenschalten
  • bei größeren Mengen oder Neubefüllung übernimmt das der Fachbetrieb mit Entsalzungsanlage
  • Herstellervorgaben zu Leitfähigkeit und pH-Wert beachten — sie sind Bestandteil der Gewährleistung
  • Systemtrenner beachten: Der Anschluss ans Trinkwassernetz darf nicht dauerhaft bestehen bleiben

Wenn der Druck immer wieder fällt

Einmal jährlich etwas nachfüllen ist normal. Regelmäßiger Druckverlust ist es nicht — dann liegt eine Ursache dahinter:

  • Ausdehnungsgefäß defekt oder ohne Vordruck: häufigste Ursache, erkennbar an stark schwankendem Druck zwischen kalt und warm
  • Sicherheitsventil öffnet, weil der Druck zu hoch eingestellt wurde — Wasser tropft am Abblaseleitungsende
  • Undichtigkeit an Verschraubungen, Heizkörpern oder im Estrich
  • Automatische Entlüfter, die dauerhaft abblasen

Wer stattdessen alle paar Wochen nachfüllt, führt der Anlage laufend frisches, sauerstoffhaltiges Wasser zu — das beschleunigt Korrosion und Verschlammung erheblich.

Sonderfall Mietwohnung

Das Nachfüllen ist Sache des Vermieters oder der Hausverwaltung, da der Zugang zur Anlage und die Verantwortung für die Wasserqualität dort liegen. Mieter dürfen ihre Heizkörper entlüften und sollten wiederkehrenden Druckverlust melden.

Fazit

Richtig nachfüllen heißt: kalte Anlage, korrekter Solldruck, aufbereitetes Wasser, anschließend entlüften. Fällt der Druck wiederholt, gehört die Ursache geklärt statt nachgefüllt. Wir prüfen Ausdehnungsgefäß, Wasserqualität und Dichtheit im Rahmen der WartungTermin anfragen.

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