Ohne Strom steht die Wärmepumpe — genau wie jede moderne Gasheizung, deren Pumpe und Regelung ebenfalls Strom brauchen. Kurze Ausfälle sind unkritisch: Das Gebäude kühlt langsam aus, und die Anlage startet danach selbstständig wieder.
Wie schnell kühlt das Haus aus?
| Gebäude | Temperaturverlust bei −5 °C außen |
|---|---|
| Neubau, gut gedämmt | 0,3–0,5 K pro Stunde |
| saniertes Bestandsgebäude | 0,5–0,8 K pro Stunde |
| unsaniert | 0,8–1,5 K pro Stunde |
Ein saniertes Haus fällt in zwölf Stunden also um 6 bis 10 Kelvin — von 21 auf etwa 12 °C. Unangenehm, aber kein Schaden. Kritisch wird es erst nach mehreren Tagen, wenn Frostgefahr für wasserführende Leitungen entsteht.
Was direkt nach dem Ausfall zu tun ist
- Anlage nicht sofort mehrfach ein- und ausschalten — die Regelung fährt selbst kontrolliert hoch.
- Bei Monoblock-Geräten den Frostschutz der Außenleitung im Blick behalten, siehe Monoblock oder Split.
- Nach längerem Ausfall Anlagendruck und Störmeldungen prüfen.
- Räume zusammenlegen: Türen zu ungenutzten Zimmern schließen.
Notstrom: was tatsächlich funktioniert
Der Knackpunkt ist der Anlaufstrom des Verdichters. Moderne Inverter-Geräte starten sanft, brauchen aber trotzdem eine stabile, saubere Spannung. Faustwerte:
| Lösung | Eignung | Kosten |
|---|---|---|
| Notstromaggregat 5–8 kVA, Inverter-Technik | reicht meist für WP ohne Heizstab | 2.000–5.000 € |
| Aggregat ohne Inverter | riskant — unsaubere Spannung, Elektronikschäden | — |
| PV mit notstromfähigem Speicher | gut, aber im Winter ertragsschwach | 3.000–8.000 € Aufpreis |
| Holzofen im Wohnraum | einfachste und günstigste Rückfallebene | 3.000–6.000 € |
Wichtig bei jeder Einspeiselösung: Sie muss vom Netz getrennt werden können (Netzumschaltung), sonst gefährdet man Arbeiter im Netz. Die Installation gehört in Elektrofachhände und ist beim Netzbetreiber anzuzeigen.
PV-Speicher mit Notstromfunktion
Nicht jeder Batteriespeicher kann Notstrom. Unterschieden wird zwischen Ersatzstrom (Umschaltung mit kurzer Unterbrechung, meist nur ausgewählte Stromkreise) und echtem Inselbetrieb. Für den Winterbetrieb einer Wärmepumpe reicht ein üblicher Hausspeicher selten: 10 kWh Speicher decken bei 3 kW Aufnahme gut drei Stunden. Als Überbrückung für kurze Ausfälle taugt es, als Wintervorsorge nicht — mehr zur Anlagentechnik unter Photovoltaik und Speicher.
Die günstigste Vorsorge
- Gebäudehülle: Jede Dämmmaßnahme verlängert die Zeit, die das Haus ohne Heizung übersteht — siehe Erst dämmen?
- Speichermasse nutzen: Estrich und massive Wände puffern Wärme über Stunden.
- Warmwasser vorhalten: Ein voller Speicher reicht für ein bis zwei Tage.
- Holzofen: heizt einen Raum unabhängig vom Netz und ist im Alltag nutzbar, siehe Heizen mit Holz.
Wie wahrscheinlich ist das überhaupt?
Die durchschnittliche Unterbrechungsdauer im deutschen Stromnetz liegt seit Jahren bei etwa zehn bis fünfzehn Minuten pro Jahr und Anschluss — einer der besten Werte weltweit. Flächendeckende, tagelange Ausfälle sind entsprechend selten. Wer trotzdem vorsorgen will, fährt mit einem Holzofen günstiger und zuverlässiger als mit einem Aggregat, das im Ernstfall seit Jahren nicht gelaufen ist.
Wir planen Anlagen so, dass der Wiederanlauf nach Netzrückkehr sauber funktioniert — mehr zur Installation.



