Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren
Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik senkt die Heizkosten spürbar, weil ein Teil des Stroms für die Wärmepumpe selbst und nahezu kostenlos vom eigenen Dach kommt. Mit Stromspeicher und intelligenter Steuerung lässt sich der Eigenverbrauch deutlich erhöhen. In München mit guten Sonnenstunden ist diese Kombination besonders wirtschaftlich.
Warum PV und Wärmepumpe so gut zusammenpassen
Die Wärmepumpe ist der größte einzelne Stromverbraucher im Haus. Eine Photovoltaikanlage liefert Strom, der sonst nur gering vergütet ins Netz eingespeist würde. Verbraucht die Wärmepumpe diesen Strom direkt, ersetzt jede selbst genutzte Kilowattstunde teuren Netzstrom. Das verbessert die Wirtschaftlichkeit beider Anlagen.
Eigenverbrauch und Autarkie erhöhen
Die Herausforderung: Im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom braucht, liefert die PV-Anlage am wenigsten. Daher ist eine vollständige Versorgung allein über PV nicht realistisch. Diese Bausteine erhöhen den Eigenverbrauch dennoch deutlich:
- Stromspeicher: verschiebt Solarstrom vom Tag in die Abend- und Nachtstunden
- Pufferspeicher: speichert überschüssige Wärme aus sonnenreichen Stunden
- Warmwasserbereitung am Tag: Warmwasser wird gezielt bei Sonnenschein erzeugt
- SG-Ready-Schnittstelle: die Wärmepumpe reagiert auf PV-Überschuss und läuft bevorzugt dann
Lohnt sich ein Stromspeicher?
| Komponente | Nutzen für die Wärmepumpe |
|---|---|
| PV ohne Speicher | direkter Eigenverbrauch tagsüber, vor allem Übergangszeit/Sommer |
| PV mit Stromspeicher | Solarstrom auch abends/nachts nutzbar, höherer Autarkiegrad |
| PV + Speicher + Warmwasser-WP | maximaler Eigenverbrauch, geringe Netzstromkosten |
Ob sich ein Speicher rechnet, hängt von Anlagengröße, Verbrauchsprofil und Strompreis ab. Wir prüfen das im Rahmen unserer Planung für Photovoltaik und Speicher.
Steuerung: das Zusammenspiel optimieren
Ein Energiemanagementsystem (EMS) koordiniert PV, Speicher und Wärmepumpe. Es startet die Wärmepumpe bevorzugt bei Solarüberschuss, lädt den Speicher und steuert die Warmwasserbereitung in sonnenreiche Phasen. So steigt der Eigenverbrauch, ohne dass Sie eingreifen müssen. Wichtig ist eine saubere Installation und Inbetriebnahme, bei der die Schnittstellen korrekt eingerichtet werden.
Förderung und §14a EnWG
Die Wärmepumpe wird über die KfW gefördert; für die PV-Anlage gilt die Einspeisevergütung nach EEG, der Nullsteuersatz auf die Anschaffung bleibt 2026 bestehen (Richtwert). Steuerbare Wärmepumpen profitieren über §14a EnWG zudem von reduzierten Netzentgelten. So sinken die Gesamtkosten der Strombeschaffung weiter.
Photovoltaik in München: lohnt sich das?
München bietet mit rund 1.700 Sonnenstunden pro Jahr gute Voraussetzungen für Photovoltaik. Auch nach Süden ausgerichtete oder leicht verschattete Dächer liefern in Kombination mit der Wärmepumpe einen wertvollen Beitrag zur Eigenversorgung. Besonders in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst, wenn die Wärmepumpe moderat heizt und die Sonne bereits ausreichend Ertrag liefert, ist der Deckungsgrad hoch. Im Sommer übernimmt die PV-Anlage die Warmwasserbereitung nahezu vollständig.
Praxisbeispiel: Eigenverbrauch im Jahresverlauf
| Jahreszeit | PV-Ertrag | Wärmebedarf | Deckung durch PV |
|---|---|---|---|
| Winter | niedrig | hoch | gering, Speicher hilft |
| Übergangszeit | mittel bis hoch | mittel | hoch |
| Sommer | hoch | nur Warmwasser | sehr hoch |
Über das Jahr lässt sich so ein erheblicher Teil des Strombedarfs der Wärmepumpe aus eigener Erzeugung decken. Wir planen die Komponenten im Rahmen der Installation so, dass das Zusammenspiel von Anfang an optimal abgestimmt ist.
Häufige Fragen
Kann eine PV-Anlage die Wärmepumpe komplett versorgen?
Im Jahresmittel nicht. Im Winter ist der Wärmebedarf hoch und der Solarertrag niedrig. Mit Speicher und guter Steuerung lässt sich aber ein erheblicher Teil des Strombedarfs decken, besonders in der Übergangszeit und für Warmwasser.
Wie groß sollte die PV-Anlage sein?
Als Richtwert sollte die Dachfläche möglichst voll belegt werden. Eine größere Anlage erhöht den Eigenverbrauchsanteil der Wärmepumpe und senkt die Stromkosten. Die genaue Auslegung richtet sich nach Verbrauch und Dachfläche.
Brauche ich einen speziellen Speicher?
Ein Stromspeicher ist optional, erhöht aber den Eigenverbrauch deutlich. Ergänzend hilft ein thermischer Pufferspeicher, überschüssige PV-Energie als Wärme zu speichern. Welche Kombination sich lohnt, zeigt eine individuelle Berechnung.
Was bringt eine SG-Ready-Schnittstelle?
Sie ermöglicht es, die Wärmepumpe gezielt bei PV-Überschuss oder günstigem Strom laufen zu lassen. So wird mehr Solarstrom selbst verbraucht und der Netzbezug reduziert. Fast alle modernen Wärmepumpen unterstützen SG-Ready.
