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Ratgeber

Hydraulische Weiche bei der Wärmepumpe: meist überflüssig.

Warum die hydraulische Weiche bei Wärmepumpen selten sinnvoll ist: Temperaturverlust, Mehrkosten, wann sie doch nötig wird und welche Alternativen es gibt.

Münchener Wärmepumpen2 Min. Lesezeit
Hydraulische Weiche bei der Wärmepumpe: meist überflüssig

Die hydraulische Weiche stammt aus der Kesseltechnik. Sie trennt den Erzeugerkreis vom Verbraucherkreis, damit unterschiedliche Volumenströme sich nicht stören. Bei Wärmepumpen richtet sie in den meisten Einfamilienhäusern mehr Schaden als Nutzen an.

Das Problem: Mischung kostet Temperatur

In der Weiche treffen Vorlauf und Rücklauf aufeinander. Ist der Volumenstrom auf der Erzeugerseite größer als auf der Verbraucherseite, strömt heißes Wasser direkt in den Rücklauf; ist er kleiner, mischt sich kaltes Rücklaufwasser in den Vorlauf. Die Folge im zweiten Fall: Die Wärmepumpe muss 2 bis 5 Kelvin höher fahren, damit an den Heizflächen dieselbe Temperatur ankommt.

TemperaturverlustMehrverbrauchKosten je Jahr*
2 Kca. 5 %ca. 80 €
3 Kca. 7,5 %ca. 120 €
5 Kca. 12,5 %ca. 200 €

*bei 5.700 kWh Wärmepumpenstrom und 28 ct/kWh — jedes Jahr aufs Neue, über zwanzig Jahre also vierstellig.

Wann sie trotzdem gebraucht wird

  • mehrere Heizkreise mit stark unterschiedlichen Volumenströmen, etwa Flächenheizung plus großer Heizkörperkreis
  • Kaskadenanlagen mit zwei oder mehr Wärmepumpen, siehe Mehrfamilienhaus
  • Anlagen mit Fremderzeuger, etwa in einer Hybridlösung
  • weit verzweigte Netze, in denen der Erzeugervolumenstrom nicht sicher gestellt werden kann

Im typischen Einfamilienhaus mit einem oder zwei Heizkreisen trifft nichts davon zu.

Die besseren Alternativen

  • Direkter Anschluss: Die Wärmepumpe speist unmittelbar in den Heizkreis. Voraussetzung ist ausreichendes Anlagenvolumen und ein sauberer Abgleich.
  • Reihenpuffer im Rücklauf: Er erhöht das Volumen, ohne Vor- und Rücklauf zu mischen — die häufigste sinnvolle Lösung, siehe Pufferspeicher.
  • Überströmventil: hält einen Mindestvolumenstrom aufrecht, wenn Thermostate schließen. Klein, günstig, aber sauber einzustellen.
  • Einzelraumregelung reduzieren: Wo weniger gedrosselt wird, braucht es weniger Entkopplung.

Woran Sie erkennen, dass eine Weiche schadet

  • Die Vorlauftemperatur am Gerät liegt spürbar über der am Heizkörper ankommenden Temperatur.
  • Die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf ist auf der Erzeugerseite klein (unter 3 K).
  • Die Anlage erreicht die Solltemperatur nur mit erhöhter Heizkurve.
  • Der Verbrauch liegt über der Prognose, ohne dass sich eine andere Ursache findet — siehe Verbraucht zu viel Strom.

Nachträglich ausbauen?

Das ist möglich, aber kein Handgriff: Die Hydraulik wird umgebaut, das Anlagenvolumen muss anders sichergestellt und der Abgleich neu gemacht werden. Rechnen Sie mit 1.200 bis 2.800 €. Bei 150 bis 200 € Ersparnis im Jahr amortisiert sich das in acht bis fünfzehn Jahren — lohnend vor allem dann, wenn ohnehin am Heizraum gearbeitet wird.

Vor dem Einbau fragen

  • Warum ist eine Weiche vorgesehen — welche Volumenströme sollen entkoppelt werden?
  • Wie groß ist das Anlagenvolumen ohne Weiche?
  • Wäre ein Reihenpuffer die kleinere Lösung?
  • Um wie viel Kelvin steigt die nötige Vorlauftemperatur durch die Weiche?

Wer diese Fragen stellt, bekommt entweder eine gute Begründung — oder die Weiche verschwindet aus dem Angebot. Worauf sonst zu achten ist: Wärmepumpe kaufen.

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