Bei der Innenaufstellung steht die komplette Wärmepumpe im Haus, meist im Keller. Zwei große Luftkanäle führen durch die Außenwand: einer saugt an, einer bläst ab. Draußen ist nichts zu sehen außer zwei Gittern — das ist der Grund, warum diese Bauform vor allem in Reihenhäusern und bei Denkmalschutz gefragt ist.
Was der Aufstellraum können muss
- Raumvolumen: mindestens 12 bis 20 m³ je nach Gerät und Kältemittelmenge
- Wanddurchbrüche: zwei Öffnungen mit 60 bis 90 cm Durchmesser oder entsprechende Rechteckkanäle
- Abstand der Kanäle: mindestens 1,5 bis 2 m, sonst saugt das Gerät die eigene kalte Abluft wieder an
- Kondensatablauf: Bodenablauf oder Kondensathebeanlage, im Winter fallen mehrere Liter am Tag an
- Frostschutz: Der Raum kühlt im Betrieb aus; Wasserleitungen und Zähler dürfen nicht gefährdet sein
- Zugang: Kellerabgang und Türbreite müssen das Gerät überhaupt hereinlassen — 600 bis 800 mm sind üblich
Vor- und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| kein sichtbares Außengerät | zwei große Wanddurchbrüche |
| keine Schallabstrahlung ins Nachbargrundstück | Betriebsgeräusch im Haus |
| Gerät wetterunabhängig, längere Lebensdauer der Verkleidung | Platzverlust im Keller |
| keine Frostschutzproblematik in Außenleitungen | Effizienzverlust durch Kanäle |
| ideal bei Denkmalschutz und engen Grundstücken | höhere Einbaukosten |
Der Effizienzverlust durch die Kanäle
Jeder Meter Luftkanal und jeder Bogen kostet Druck, den der Ventilator aufbringen muss. Bei sauberer Ausführung liegt der Mehrverbrauch bei 3 bis 6 %, bei langen oder verwinkelten Kanälen deutlich darüber. Regeln für die Planung:
- Kanäle so kurz und gerade wie möglich, jeder 90-Grad-Bogen zählt wie mehrere Meter
- Querschnitt nie verkleinern, auch nicht am Wanddurchbruch
- Kanäle dämmen, sonst schwitzen sie im Sommer und tropfen
- Ansaug- und Ausblasseite räumlich trennen, idealerweise über Eck
Schall — anders, nicht weniger
Nach außen ist die Innenaufstellung leise, im Haus dagegen hörbar: 40 bis 50 dB(A) im Aufstellraum, dazu Körperschall über den Boden. Was hilft:
- Aufstellung auf entkoppelten Dämpfern, nicht direkt auf der Bodenplatte
- flexible Anschlüsse in Hydraulik und Kanälen
- keine Aufstellung direkt unter Schlaf- oder Kinderzimmern
- Schalldämmkulissen in den Luftkanälen, wenn die Öffnungen zur Terrasse zeigen
Draußen bleibt der Pegel an den Ausblasöffnungen messbar — die Grenzwerte der TA Lärm gelten weiterhin, siehe Schallschutz und Abstand.
Kältemittel und Sicherheitsvorgaben
Bei Geräten mit R290 ist die Innenaufstellung nur mit besonderen Maßnahmen zulässig, weil Propan brennbar und schwerer als Luft ist — im Wohnbau ist sie deshalb die Ausnahme. Für Innenaufstellung angebotene Geräte arbeiten meist mit R32 oder R410A, was den Effizienzbonus in der Förderung ausschließt. Eine Übersicht der Stoffe steht unter Kältemittel im Vergleich.
Kosten
Das Gerät selbst kostet ähnlich viel wie ein Außenaufstellungsmodell. Dazu kommen:
- zwei Kernbohrungen bzw. Wanddurchbrüche: 800 bis 2.000 €
- Luftkanäle, Dämmung, Wetterschutzgitter: 900 bis 2.500 €
- Kondensatanschluss und Entkopplung: 300 bis 700 €
Unterm Strich liegt die Innenaufstellung meist 2.000 bis 4.000 € über der Außenaufstellung.
Wann sie die richtige Wahl ist
Wenn draußen kein Platz ist, der Schallnachweis am Nachbarfenster sonst scheitert oder die Fassade nicht angetastet werden darf. In allen anderen Fällen ist die Außenaufstellung günstiger und effizienter — welche Anforderungen dort gelten, steht unter Aufstellort und Fundament.
Wir prüfen beide Varianten am Objekt — Kontakt aufnehmen.


