Auch eine Gas- oder Ölheizung braucht Strom — für Pumpen, Regelung, Gebläse und Zündung. Viele Haushalte unterschätzen diesen Anteil, weil er in der Stromrechnung untergeht und nicht in der Gasabrechnung auftaucht. Wer die Betriebskosten einer Heizung vergleicht, sollte ihn kennen: Er verändert das Bild zwischen Kessel und Wärmepumpe deutlich weniger, als oft angenommen — aber er ist da.
Wer verbraucht den Strom?
- Umwälzpumpe: größter Einzelposten, bei alten Pumpen 350 bis 600 kWh im Jahr
- Zirkulationspumpe für Warmwasser: bei Dauerbetrieb weitere 200 bis 400 kWh
- Gebläsebrenner: bei Öl- und Gasbrennwertgeräten während der Brennerlaufzeit
- Regelung und Display: geringer, aber im Dauerbetrieb
- Speicherladepumpe und Stellantriebe
Richtwerte für ein Einfamilienhaus
| Anlage | Stromverbrauch pro Jahr | Anmerkung |
|---|---|---|
| Gasheizung / Gastherme, alte Pumpen | 500–900 kWh | Pumpen dominieren |
| Gasheizung, Hocheffizienzpumpen | 150–300 kWh | nach Optimierung |
| Ölheizung mit Gebläsebrenner | 600–1.000 kWh | Brenner zusätzlich zur Pumpe |
| Pelletheizung | 600–1.200 kWh | Förderschnecke und Zündung |
| Wärmepumpe | 3.000–6.000 kWh | ersetzt dafür den Brennstoff komplett |
Alle Angaben sind Richtwerte und hängen stark von Anlagenalter, Laufzeiten und Einstellungen ab.
Warum der Vergleich oft schiefgeht
Wärmepumpen erscheinen in der Stromrechnung mit dem gesamten Heizbedarf — bei fossilen Anlagen taucht dort nur der Hilfsstrom auf, der Rest steckt in der Gas- oder Ölrechnung. Sauber vergleicht man deshalb die Gesamtenergiekosten pro Jahr:
- Wärmebedarf des Hauses in kWh ermitteln
- bei fossilen Anlagen den Nutzungsgrad berücksichtigen (Brennwert etwa 0,95)
- Hilfsstrom addieren
- bei der Wärmepumpe den Bedarf durch die Jahresarbeitszahl teilen
- alle Positionen mit den jeweiligen Arbeits- und Grundpreisen bewerten
Die vollständige Rechnung steht unter Heizkosten im Einfamilienhaus und Wärmepumpe vs. Gasheizung.
Stromverbrauch der Heizung senken
- Umwälzpumpe tauschen und richtig einstellen — größter Hebel, siehe Heizungspumpe: Stromverbrauch und Tausch
- Zirkulation zeitlich begrenzen statt Dauerbetrieb, siehe Warmwasser-Zirkulation
- hydraulisch abgleichen, damit die Pumpe mit geringerer Förderhöhe auskommt
- Takten reduzieren: jeder Brennerstart kostet Strom und Verschleiß
- Sommerbetrieb aktivieren, damit Heizkreispumpen außerhalb der Heizperiode stillstehen
Was bei der Wärmepumpe zählt
Bei der Wärmepumpe ist Strom nicht Hilfsenergie, sondern der Antrieb. Entscheidend sind daher Jahresarbeitszahl und Tarif: Ein separater Wärmepumpentarif und die Anmeldung als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG senken den Arbeitspreis und die Netzentgelte spürbar. Details unter Stromverbrauch & Wärmepumpentarif.
Verbrauch selbst messen
Ein einfaches Zwischenzähler-Messgerät an der Pumpensteckdose zeigt binnen einer Woche, was hochgerechnet aufs Jahr zusammenkommt. Bei fest verdrahteten Anlagen übernimmt das der Fachbetrieb im Rahmen der Wartung. Lohnend ist die Messung vor allem, wenn die Anlage älter als zehn Jahre ist.
Fazit
Auch fossile Heizungen verbrauchen Strom — meist mehr, als Eigentümer denken, und fast immer vermeidbar. Pumpe, Zirkulation und Abgleich sind die drei Stellschrauben. Wir prüfen sie im Rahmen einer Heizungsoptimierung in München und Umland: Anfrage stellen.



