Neben Luft, Erdreich und Grundwasser gibt es Wärmequellen und Antriebsarten, die selten gebaut werden — in der richtigen Situation aber überlegen sind. Vier davon sind praxisrelevant.
Eisspeicher-Wärmepumpe
Ein Betonbehälter mit 10 bis 30 m³ Wasser wird im Erdreich vergraben. Die Wärmepumpe entzieht ihm Wärme, bis das Wasser gefriert — und nutzt dabei die Kristallisationsenergie: Beim Übergang von 0 °C Wasser zu 0 °C Eis wird so viel Energie frei wie beim Abkühlen von 80 auf 0 °C. Regeneriert wird der Speicher über Solar-Luft-Absorber auf dem Dach.
- Vorteil: keine Bohrgenehmigung, konstante Quellentemperatur um 0 °C, kein Außengerät mit Ventilator
- Nachteil: großer Erdaushub, 8.000 bis 18.000 € Mehrkosten, aufwendige Regelung
- Passt: im Neubau mit ohnehin offener Baugrube und Wasserschutzgebiet ohne Bohrmöglichkeit
Abwasserwärmepumpe
Kommunales Abwasser hat ganzjährig 10 bis 20 °C — eine hervorragende Quelle. Genutzt wird sie über Wärmetauscher im Kanal oder in der Kläranlage. Für Einfamilienhäuser ist die Technik ungeeignet: Es braucht einen Kanal mit ausreichendem Trockenwetterabfluss, eine Vereinbarung mit dem Netzbetreiber und eine Abnahmeleistung ab etwa 100 kW. Realistisch ist das bei Quartierslösungen, Schulen, Hallenbädern und größeren Wohnanlagen.
Gaswärmepumpe
Zwei Bauarten existieren: Absorptionsgeräte, die einen thermischen Kreisprozess mit Ammoniak-Wasser antreiben, und Motorwärmepumpen mit gasbetriebenem Verbrennungsmotor. Beide erreichen Nutzungsgrade von 130 bis 165 % gegenüber Brennwerttechnik — verbrauchen aber weiterhin Erdgas.
- im Gebäudeenergiegesetz nur anrechenbar, wenn der erneuerbare Anteil anderweitig nachgewiesen wird
- hoher CO₂-Preis-Anteil, steigend
- sinnvoll in Bestandsgewerbe mit vorhandener Gasinfrastruktur und hohen Temperaturen
- im Wohnbau praktisch ohne Rolle
CO₂-Wärmepumpe (R744)
Arbeitet mit über 100 bar Betriebsdruck und erreicht Vorlauftemperaturen jenseits von 80 °C bei guter Effizienz — vorausgesetzt, der Rücklauf ist kalt. Das macht sie zur ersten Wahl für Trinkwassererwärmung mit großem Temperaturhub, etwa in Hotels, Pflegeheimen und großen Mehrfamilienhäusern. Für klassische Heizkreise mit kleiner Spreizung passt sie schlechter, siehe Kältemittel im Vergleich.
Was noch experimentell ist
- Magnetokalorische Wärmepumpen: nutzen die Erwärmung bestimmter Legierungen im Magnetfeld. Vielversprechend, aber nicht marktreif für Gebäude.
- Thermoakustische Systeme: arbeiten mit Schallwellen statt Verdichter. Forschungsstadium.
- Flusswasser-Wärmepumpen: technisch erprobt, in Deutschland aber wasserrechtlich aufwendig und meist auf Großanlagen beschränkt.
Wer heute ein Haus umrüstet, sollte auf keines dieser Verfahren warten — die Standardtechnik ist ausgereift und gefördert.
Die realistische Einordnung
| Bauart | Sinnvoll ab | Für EFH geeignet? |
|---|---|---|
| Eisspeicher | Neubau mit Baugrube | ja, mit Aufpreis |
| Abwasser | ca. 100 kW | nein |
| Gaswärmepumpe | Gewerbe mit Gasanschluss | nein |
| CO₂ (R744) | hoher Warmwasserbedarf | nur für Warmwasser |
Für das normale Einfamilienhaus bleibt die Wahl zwischen Luft-Wasser und Erdwärme — der Vergleich steht unter Luft-Wasser gegen Erdwärme, die Übersicht aller Quellen unter Funktionsweise.
Bei ungewöhnlichen Objekten prüfen wir auch ungewöhnliche Quellen — Kontakt aufnehmen.


