Eine Luft-Luft-Wärmepumpe überträgt Wärme direkt auf die Raumluft — ohne Heizungswasser, ohne Heizkörper, ohne Speicher. Technisch ist sie mit einem Split-Klimagerät identisch. Das macht sie günstig in der Anschaffung und schnell in der Reaktion, schließt aber die Warmwasserbereitung aus.
Wie sie sich von der Luft-Wasser-Wärmepumpe unterscheidet
| Luft-Luft | Luft-Wasser | |
|---|---|---|
| Wärmeabgabe | Gebläse-Innengeräte | Heizkörper, Flächenheizung |
| Warmwasser | nicht möglich | inklusive |
| Anschaffung (EFH) | 6.000–14.000 € | 25.000–40.000 € |
| Förderung | in der Regel nicht | bis 70 % Zuschuss |
| Kühlfunktion | serienmäßig | nur mit Zusatzausstattung |
| Reaktionszeit | Minuten | Stunden |
Wo sie eine gute Wahl ist
- gut gedämmte Neubauten mit geringem Wärmebedarf und Lüftungsanlage
- Ferienhäuser und selten genutzte Gebäude, die schnell warm werden sollen
- Anbauten, Wintergärten, Hobbyräume ohne Anschluss an die Zentralheizung
- Gewerbeflächen, Werkstätten und Läden, wo ohnehin gekühlt wird
- als Ergänzung zu einer bestehenden Heizung, um einzelne Räume günstig zu temperieren
Wo die Grenzen liegen
Warmwasser muss separat erzeugt werden — meist über eine Brauchwasser-Wärmepumpe oder einen Durchlauferhitzer. Im Altbau kommen weitere Punkte dazu:
- Warme Luft steigt auf; ohne Umluftführung bleiben Böden kühl und die Temperaturschichtung ist deutlich spürbar.
- Jeder Raum braucht ein eigenes Innengerät — bei sechs Räumen wird aus dem Preisvorteil schnell ein Nachteil.
- Innengeräte erzeugen Luftbewegung und ein Betriebsgeräusch von 20 bis 35 dB(A); in Schlafzimmern ist die Platzierung heikel.
- Die Luft trocknet im Winter stärker aus als bei einer Flächenheizung.
Förderung: der entscheidende Kostenpunkt
Luft-Luft-Wärmepumpen sind im Rahmen der Heizungsförderung in der Regel nicht förderfähig, weil sie kein wassergeführtes Wärmeverteilsystem bedienen und die Warmwasserbereitung nicht abdecken. Damit dreht sich die Rechnung: Eine Luft-Wasser-Anlage für 32.000 € kostet nach Zuschuss oft weniger als 15.000 € — und deckt dann alles ab. Die Systematik erklärt die Förderanleitung.
Betriebskosten im Vergleich
Die Leistungszahl liegt mit 3,5 bis 4,5 auf gutem Niveau, weil kein Heizwasser auf 45 °C gebracht werden muss, sondern nur Luft auf etwa 35 °C. Für ein 120-m²-Haus mit 12.000 kWh Wärmebedarf ergeben sich grob 3.000 bis 3.700 kWh Strom im Jahr — plus separater Aufwand für Warmwasser. Bei Bestandsbauten mit hohem Bedarf verliert sie gegenüber der wassergeführten Anlage, weil sich der Bedarf auf viele Innengeräte verteilt.
Die ehrliche Empfehlung
Für ein Einfamilienhaus mit vorhandener Zentralheizung ist die Luft-Luft-Wärmepumpe selten die beste Lösung — dort gewinnt fast immer die Luft-Wasser-Wärmepumpe, allein wegen der Förderung. Als Zweitsystem, im Nebengebäude oder in gewerblich genutzten Flächen ist sie dagegen unschlagbar günstig. Wie sich dieselbe Technik als Klimaanlage nutzen lässt, zeigt der Beitrag Mit der Klimaanlage heizen.
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