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Ratgeber

Erdwärmebohrung: Kosten, Ablauf, Genehmigung.

Tiefenbohrung für die Erdwärmepumpe: Kosten pro Meter, Bohrtiefe, Genehmigungsverfahren und Ablauf — was in München und Umgebung zu beachten ist.

Münchener Wärmepumpen2 Min. Lesezeit
Erdwärmebohrung: Kosten, Ablauf, Genehmigung

Eine Erdwärmesonde erschließt konstante 8 bis 12 °C in 50 bis 150 Metern Tiefe. Sie ist die effizienteste Wärmequelle für ein Einfamilienhaus, verlangt aber eine Bohrung, eine wasserrechtliche Erlaubnis und den größten Kostenblock der ganzen Anlage.

Was die Bohrung kostet

PositionRichtpreis
Bohrung inkl. Sonde und Verpressung55–90 € je Meter
Typische Gesamttiefe EFH (8–12 kW)120–180 m
Bohrkosten gesamt8.000–15.000 €
Sole-Verteiler, Anbindeleitungen, Erdarbeiten2.000–4.500 €
Wärmepumpe (Sole-Wasser)13.000–20.000 €
Genehmigung, Gutachten, Nachweise500–2.000 €

Gesamt landet ein Einfamilienhaus bei 25.000 bis 40.000 € vor Förderung. Erdwärme löst den Effizienzbonus aus, sodass nach Zuschuss oft 10.000 bis 16.000 € verbleiben. Die Systematik erklärt die Förderanleitung.

Wie tief muss gebohrt werden?

Die Entzugsleistung hängt vom Untergrund ab: In feuchtem Kies liefert ein Meter Sonde 50 bis 65 Watt, in trockenem Sand nur 25 bis 35 Watt. Für eine 10-kW-Wärmepumpe mit rund 7,5 kW Entzugsleistung ergibt das:

  • guter Untergrund: rund 125 Bohrmeter
  • mittlerer Untergrund: rund 170 Bohrmeter
  • schwacher Untergrund: über 220 Bohrmeter, oft auf zwei Sonden verteilt

Im Münchner Schotterebene-Untergrund sind die Werte meist gut, weil Grundwasser die Wärme nachführt. Verbindlich ist die Auslegung nach VDI 4640 durch den Bohrbetrieb.

Genehmigung: ohne geht es nicht

Erdwärmesonden brauchen eine wasserrechtliche Erlaubnis oder mindestens eine Anzeige bei der Kreisverwaltungsbehörde, fachlich begleitet vom Wasserwirtschaftsamt. Zu klären sind:

  • Liegt das Grundstück in einem Wasserschutzgebiet? Dann sind Bohrungen meist ausgeschlossen.
  • Gibt es Auflagen zur maximalen Bohrtiefe oder zur Anzahl der Sonden?
  • Sind gespannte Grundwasserstockwerke zu erwarten, die nicht verbunden werden dürfen?
  • Ab welcher Tiefe greift zusätzlich Bergrecht?

Das Verfahren dauert je nach Behörde vier bis zwölf Wochen. Es gehört an den Anfang der Planung, nicht ans Ende — mehr dazu unter Genehmigung in Bayern.

Der Ablauf auf der Baustelle

  • Tag 0: Zufahrt prüfen. Das Bohrgerät ist 3 bis 12 Tonnen schwer und braucht eine Durchfahrt von mindestens 1,2 bis 2,5 m.
  • Tag 1–2: Bohrung, meist als Spülbohrung. Bohrgut und Spülwasser müssen auf dem Grundstück abgesetzt werden können.
  • Tag 2: Sonde einbringen (Doppel-U-Rohr aus PE) und mit Bentonit-Zement verpressen — die Verpressung sichert die Grundwasserstockwerke ab.
  • Tag 3: Druckprobe, Anbindeleitungen im Graben zum Haus, Soleverteiler setzen.
  • Tag 4: Befüllen, Entlüften, Übergabe an den Heizungsbauer.

Rechnen Sie mit Flurschäden: Rasen und Pflasterflächen im Arbeitsbereich sind danach herzustellen. Seriöse Angebote weisen das aus.

Was für Erdwärme spricht

  • Jahresarbeitszahlen von 4,0 bis 4,8 statt 3,0 bis 3,8 bei Luft — rund 20 bis 25 % weniger Strom
  • kein Außengerät, kein Schallthema, keine Nachbarschaftsdiskussion
  • kein Leistungsabfall bei Frost
  • passive Kühlung im Sommer für wenige Watt Pumpenstrom
  • die Sonde hält über 50 Jahre — beim Gerätewechsel bleibt der teure Teil liegen

Wann sich die Bohrung nicht lohnt

Bei kleinem Wärmebedarf amortisiert sich der Mehrpreis kaum: Wer nur 8.000 kWh im Jahr braucht, spart gegenüber einer Luft-Wärmepumpe rund 250 € jährlich — bei 10.000 € Mehrinvestition. Auch fehlende Zufahrt, Wasserschutzgebiet oder ein Grundstück unter 200 m² sprechen dagegen. Die Alternative ohne Bohrung zeigt der Beitrag Flächenkollektor oder Erdsonde, den Systemvergleich Luft-Wasser gegen Erdwärme.

Wir klären Untergrund und Genehmigungslage, bevor Angebote eingeholt werden — mehr zur Erdwärme.

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