Auf jede Kilowattstunde Erdgas und jeden Liter Heizöl wird ein CO₂-Preis erhoben. Er steigt seit Jahren und wird ab 2027 über den europäischen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2) am Markt gebildet — mit deutlich mehr Preisdynamik als bei den bisherigen Festpreisen.
Was er heute ausmacht
| CO₂-Preis | Aufschlag Erdgas | Aufschlag Heizöl | Mehrkosten EFH* |
|---|---|---|---|
| 45 €/t | ca. 1,1 ct/kWh | ca. 14 ct/l | ca. 245 € |
| 65 €/t | ca. 1,6 ct/kWh | ca. 21 ct/l | ca. 355 € |
| 100 €/t | ca. 2,4 ct/kWh | ca. 32 ct/l | ca. 545 € |
| 150 €/t | ca. 3,6 ct/kWh | ca. 48 ct/l | ca. 820 € |
*22.000 kWh Gasbezug im Jahr, inklusive Mehrwertsteuer, gerundet. Die Werte zeigen: Jede Verdopplung des CO₂-Preises kostet ein durchschnittliches Haus mehrere hundert Euro jährlich — dauerhaft.
Warum 2027 eine Zäsur ist
Bis dahin galt ein politisch festgelegter Preispfad mit Korridoren. Danach entsteht der Preis über handelbare Zertifikate, deren Menge jährlich sinkt. Wie hoch er ausfällt, hängt davon ab, wie schnell Gebäude und Verkehr auf fossilfreie Technik umstellen. Prognosen liegen weit auseinander — genau das ist der Punkt: Wer weiter mit Gas heizt, trägt ein Preisrisiko, das er nicht steuern kann.
Wer den CO₂-Preis zahlt
- Selbstnutzer: vollständig selbst, über die Gas- oder Ölrechnung.
- Vermieter und Mieter: Die Kosten werden nach einem Stufenmodell aufgeteilt — je schlechter der energetische Zustand des Gebäudes, desto höher der Vermieteranteil. Das macht den Heizungstausch für Vermieter zunehmend wirtschaftlich, siehe Heizkostenabrechnung.
- Wärmepumpenbetreiber: zahlen ihn nicht. Strom unterliegt dem europäischen Emissionshandel für Energieerzeugung, dessen Kosten im Strompreis bereits enthalten und mit wachsendem Erneuerbaren-Anteil rückläufig sind.
Was das für die Investitionsentscheidung heißt
Rechnen Sie den Betriebskostenvergleich nicht mit dem heutigen Gaspreis, sondern mit einem Korridor. Ein Beispiel über 20 Jahre bei 22.000 kWh Gasbezug:
- CO₂-Preis bleibt bei 65 €/t: rund 7.100 € Zusatzkosten über die Laufzeit
- steigt linear auf 150 €/t: rund 11.800 €
- steigt auf 250 €/t: rund 19.000 €
Diese Summen kommen zu den ohnehin höheren Brennstoffkosten hinzu. Die vollständige Gegenüberstellung steht unter Wärmepumpe gegen Gasheizung und Amortisation.
Was den eigenen Anteil senkt
- Wechsel auf eine Wärmepumpe — der CO₂-Preis entfällt vollständig
- Verbrauch senken — jede nicht verbrauchte Kilowattstunde spart auch den Aufschlag
- Dämmung der obersten Geschossdecke und Kellerdecke als günstigste Maßnahmen
- bei fossiler Übergangslösung: Hybridbetrieb, der den Gasanteil auf 10 bis 20 % drückt
Die nüchterne Einordnung
Der CO₂-Preis allein macht die Wärmepumpe nicht wirtschaftlich — das tun Förderung und Arbeitszahl. Er verschiebt aber die Rechnung Jahr für Jahr weiter in ihre Richtung und macht die Kalkulation mit fossilen Brennstoffen unsicher. Wer heute einen Gaskessel einbaut, sollte diesen Posten über die gesamte Nutzungsdauer einpreisen, nicht nur für das erste Jahr.
Wir rechnen Ihren Vergleich mit mehreren Preisszenarien — Anfrage stellen.


