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Ratgeber

Balkonkraftwerk und Wärmepumpe: was bringt das?

Balkonkraftwerk mit Wärmepumpe kombinieren: wie viel Strom 800 Watt wirklich beisteuern, wann es sich rechnet und wo die Grenzen gegenüber einer Dachanlage liegen.

Münchener Wärmepumpen2 Min. Lesezeit
Balkonkraftwerk und Wärmepumpe: was bringt das?

Ein Balkonkraftwerk mit 800 Watt Einspeiseleistung erzeugt in München rund 700 bis 900 kWh im Jahr. Eine Wärmepumpe braucht je nach Gebäude 3.000 bis 8.000 kWh. Die Kombination funktioniert also — deckt aber nur einen kleinen Teil.

Die realistische Rechnung

Balkonkraftwerk 800 WDachanlage 9 kWp
Jahresertrag700–900 kWh8.000–9.500 kWh
Investition400–900 €12.000–17.000 €
davon direkt in der Wärmepumpe nutzbar250–450 kWh1.500–2.500 kWh
Ersparnis je Jahr70–130 €1.100–1.700 €
Amortisation4–8 Jahre10–14 Jahre

Interessant ist die letzte Zeile: Das Balkonkraftwerk amortisiert sich prozentual schneller, weil es billig ist und der erzeugte Strom fast vollständig im Haushalt verbraucht wird. In absoluten Zahlen bleibt die Dachanlage aber unerreicht.

Warum nur ein Teil bei der Wärmepumpe ankommt

Der Ertrag fällt mittags an, der Heizbedarf morgens und abends — und im Winter, wenn ein Balkonkraftwerk kaum liefert. Von den 800 Watt Spitzenleistung bleiben im Dezember an einem trüben Tag oft nur 50 bis 150 Watt. Gleichzeitig läuft im Haushalt ohnehin eine Grundlast aus Kühlschrank, Router und Standby, die den erzeugten Strom zuerst aufnimmt.

Wo es trotzdem sinnvoll ist

  • Warmwasserbereitung im Sommer: Genau dann ist der Ertrag hoch und der Bedarf klein — die Brauchwasser-Wärmepumpe lässt sich damit fast vollständig decken.
  • Grundlast der Anlage: Umwälzpumpen, Regelung und Ventilator laufen dauerhaft mit 50 bis 200 Watt.
  • Mietwohnungen: Wo keine Dachanlage möglich ist, ist es die einzige Option — siehe Kleine Wärmepumpe für Wohnung.
  • Übergangszeit: März bis Oktober deckt es einen spürbaren Teil des Heizstrombedarfs.

Was Sie nicht erwarten sollten

  • Eine gezielte Steuerung der Wärmepumpe nach Balkonkraftwerks-Überschuss lohnt kaum — dafür ist die Leistung zu klein und zu schwankend. Die SG-Ready-Logik braucht mindestens 1,5 bis 3 kW dauerhaften Überschuss.
  • Ein Speicher am Balkonkraftwerk verschiebt Strom in den Abend, rechnet sich bei diesen Mengen aber selten.
  • Autarkie im Winter ist nicht erreichbar.

Formales

  • Anmeldung im Marktstammdatenregister ist Pflicht, beim Netzbetreiber genügt inzwischen die vereinfachte Meldung.
  • In Miet- und Eigentumswohnungen besteht ein Anspruch auf Zustimmung zur Montage, sofern keine gewichtigen Gründe entgegenstehen — Befestigung und Optik sind trotzdem abzustimmen.
  • Zähler mit Rücklaufsperre oder Zweirichtungszähler ist erforderlich; der Netzbetreiber tauscht ihn.

Die Reihenfolge, wenn beides geplant ist

Wer ein eigenes Dach hat und eine Wärmepumpe plant, sollte die Dachanlage zuerst prüfen — sie liefert das Zehnfache und lässt sich mit der Wärmepumpe sinnvoll koppeln. Das Balkonkraftwerk ist die richtige Wahl, wenn kein eigenes Dach zur Verfügung steht oder eine schnelle, kleine Lösung gesucht wird. Der Vergleich steht unter Wärmepumpe und Photovoltaik.

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