Ob sich eine Wärmepumpe lohnt, entscheidet keine Meinung, sondern eine Rechnung mit vier Größen: Investition nach Förderung, jährliche Betriebskosten, Preisentwicklung von Strom und Gas sowie der CO₂-Preis. Im Bestand mit Heizungstausch liegt die Amortisation heute meist bei acht bis vierzehn Jahren.
Die Investition nach Förderung
| Wärmepumpe | Gas-Brennwert | |
|---|---|---|
| Anschaffung inkl. Einbau | 32.000 € | 12.000 € |
| Zuschuss (Beispiel 55 %) | −17.600 € | 0 € |
| Eigenanteil | 14.400 € | 12.000 € |
Die Fördersätze setzen sich aus Grundförderung und Boni zusammen; wie sie zustande kommen, erklärt die Förderanleitung. Bei einem Haushalt mit Einkommensbonus schrumpft der Eigenanteil weiter — dann startet die Wärmepumpe günstiger als der Gaskessel.
Die laufenden Kosten
Beispiel Einfamilienhaus, 20.000 kWh Wärmebedarf im Jahr:
- Wärmepumpe: 20.000 kWh ÷ JAZ 3,5 = 5.700 kWh Strom × 26 ct (Wärmepumpentarif) = 1.480 €
- Gasheizung: 20.000 kWh ÷ 0,9 Wirkungsgrad = 22.200 kWh Gas × 11 ct = 2.440 €
- Dazu Gas: Grundpreis, Schornsteinfeger, höhere Wartung — rund 250 € im Jahr
- Differenz zugunsten der Wärmepumpe: rund 1.200 € pro Jahr
Bei 2.400 € Mehrinvestition amortisiert sich der Umstieg damit in etwa zwei Jahren. Diese Rechnung gilt für den Fall „Heizung muss ohnehin erneuert werden" — und das ist der häufigste Fall.
Der andere Fall: die Gasheizung läuft noch
Wer eine funktionierende Therme vorzeitig ersetzt, rechnet gegen die volle Investition. Bei 14.400 € Eigenanteil und 1.200 € Ersparnis pro Jahr liegt die Amortisation bei rund zwölf Jahren — vor Berücksichtigung steigender CO₂-Preise. Mit ihnen verkürzt sich der Zeitraum spürbar.
Der CO₂-Preis als Beschleuniger
Auf Erdgas liegt ein CO₂-Preis, der schrittweise steigt und ab 2027 über den europäischen Emissionshandel gebildet wird. Jede zusätzliche 10 €/Tonne verteuern Erdgas um rund 0,24 ct/kWh. Für unser Beispielhaus mit 22.200 kWh Gas sind das etwa 53 € pro Jahr je 10 €/Tonne. Wer über zwanzig Jahre rechnet, sollte hier deutlich zulegen — dazu Kostenvergleich Wärmepumpe und Gas.
Was die Rechnung kippen kann
- Schlechte Jahresarbeitszahl: Sinkt die JAZ von 3,5 auf 2,8, steigen die Stromkosten um rund 370 € im Jahr. Ursache ist fast immer die Ausführung, nicht das Gerät.
- Hohe Vorlauftemperatur: Jedes Kelvin zu viel kostet 2,5 % — siehe Vorlauftemperatur senken.
- Fehlender Wärmepumpentarif: 6 ct Unterschied pro Kilowattstunde sind bei 5.700 kWh rund 340 € im Jahr.
- Zusätzliche Heizflächen: Müssen zehn Heizkörper getauscht werden, kommen 5.000 bis 8.000 € dazu.
Was die Rechnung verbessert
- Photovoltaik: senkt den Bezugspreis auf 8 bis 12 ct für den selbst genutzten Anteil
- reduzierte Netzentgelte über § 14a EnWG: 110 bis 190 € im Jahr
- Wegfall von Gasgrundpreis, Schornsteinfeger und Gaszähler
- höherer Immobilienwert und bessere Energieausweis-Einstufung
Die kurze Antwort
Steht ein Heizungstausch ohnehin an, lohnt sich die Wärmepumpe in den meisten Bestandsgebäuden schon nach wenigen Jahren. Läuft der Kessel noch zuverlässig, ist der richtige Zeitpunkt eher der nächste Defekt — dann aber vorbereitet, mit gerechneter Heizlast und geklärtem Aufstellort. Was gegen die Wärmepumpe spricht, steht offen unter Nachteile.
Wir rechnen Ihr Haus konkret durch, nicht mit Musterwerten — Anfrage stellen.


