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Ratgeber

Abluftwärmepumpe und Lüftungsanlage kombiniert.

Abluftwärmepumpe: Wärme aus der Fortluft der Lüftungsanlage nutzen. Leistungsgrenzen, Kompaktgeräte im Neubau und Abgrenzung zur Luft-Wasser-Wärmepumpe.

Münchener Wärmepumpen2 Min. Lesezeit
Abluftwärmepumpe und Lüftungsanlage kombiniert

Eine Abluftwärmepumpe entzieht der verbrauchten Raumluft Wärme, bevor diese das Haus verlässt. Weil die Abluft konstant rund 20 °C hat, arbeitet sie sehr effizient — allerdings nur so lange, wie genug Luft anfällt. Genau darin liegt ihre Grenze.

Das Prinzip

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung saugt Luft aus Bad, Küche und WC ab und führt frische Luft in die Wohnräume nach. In der Fortluft steckt Wärme, die sonst verloren geht. Zwei Nutzungswege gibt es:

  • Wärmerückgewinnung im Kreuzstromtauscher: überträgt 75 bis 90 % der Wärme direkt auf die Zuluft — Standard bei jeder guten Lüftungsanlage, ohne Wärmepumpe.
  • Abluftwärmepumpe: hebt die verbleibende Restwärme auf Heiz- oder Warmwassertemperatur an. Sie wird hinter den Wärmetauscher gesetzt oder ersetzt ihn.

Die Leistungsgrenze

Ein Einfamilienhaus mit 150 m² hat einen Luftwechsel von etwa 180 m³/h. Wird diese Luft um 15 Kelvin abgekühlt, ergibt das rund 0,9 kW Wärmeleistung — mit Wärmepumpe entstehen daraus etwa 1,2 kW Heizleistung. Der Wärmebedarf eines gut gedämmten Neubaus liegt bei 4 bis 6 kW. Die Abluft allein reicht also nicht; sie ist eine Teilquelle.

Einsatzträgt sie?
Warmwasser für 2–4 Personenja, vollständig
Heizung Passivhaus/KfW-40oft ja, mit Kompaktgerät
Heizung Neubau nach GEG-Standardnur anteilig
Heizung im Bestandnein

Kompaktgeräte im Neubau

Für sehr effiziente Neubauten gibt es Kompaktgeräte, die Lüftung, Wärmerückgewinnung, Heizung und Warmwasser in einem Schrank vereinen. Vorteile: nur ein Gerät, geringer Platzbedarf, kein Außengerät und damit kein Schallthema in der Nachbarschaft. Nachteile: begrenzte Heizleistung, elektrische Nachheizung an kalten Tagen und vergleichsweise hoher Preis von 14.000 bis 22.000 €.

Die Brauchwasser-Variante

Deutlich verbreiteter ist die Nutzung der Abluft ausschließlich für Warmwasser. Viele Brauchwasser-Wärmepumpen lassen sich mit Luftkanälen an die Abluft anschließen — statt den Keller abzukühlen, arbeiten sie mit 20 °C warmer Fortluft und erreichen Arbeitszahlen um 3,5. Für Häuser mit vorhandener Lüftungsanlage ist das die naheliegendste Kombination.

Was zu beachten ist

  • Luftmenge: Die Anlage darf nicht mehr Luft ziehen, als die Lüftung liefert — sonst zieht sie Falschluft und kühlt den Aufstellraum aus.
  • Betriebszeiten: Läuft die Lüftung nachts reduziert, sinkt auch die Wärmequelle. Die Warmwasserbereitung entsprechend legen.
  • Filter: Fettbelastete Küchenabluft setzt Wärmetauscher zu; Filterwechsel gehört in den Wartungsplan.
  • Schall: Kanäle übertragen Geräusche in die Wohnräume; Schalldämpfer einplanen.
  • Feuchte: Kondensat fällt an und muss frostsicher abgeführt werden.

Abgrenzung zur klassischen Wärmepumpe

Die Abluftwärmepumpe ist keine Alternative zur Luft-Wasser-Wärmepumpe, sondern eine Ergänzung mit begrenzter Quelle. Wer im Bestand heizt, braucht eine Quelle mit ausreichender Leistung — Außenluft, Erdreich oder Grundwasser. In sehr effizienten Neubauten dagegen kann die Abluft genügen und macht das Außengerät überflüssig. Die Übersicht aller Quellen bietet Wie funktioniert eine Wärmepumpe.

Lüftung nachrüsten?

Im Bestand ist die Kanalführung der Knackpunkt. Zentrale Anlagen brauchen Schächte oder abgehängte Decken; dezentrale Einzelraumlüfter mit Wärmerückgewinnung kommen ohne Kanäle aus, liefern aber keine nutzbare Abluftmenge für eine Wärmepumpe. Wer nachrüstet, sollte deshalb Lüftung und Wärmeerzeugung getrennt planen — und die Wärmepumpe nach der Heizlast auslegen, nicht nach der Luftmenge.

Wir klären, ob Ihre Lüftung als Quelle taugt — Kontakt aufnehmen.

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