Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser mit ganzjährig 9 bis 12 °C. Keine andere Quelle liefert so konstante Temperaturen — Jahresarbeitszahlen von 4,5 bis 5,5 sind erreichbar. Der Preis dafür ist ein Brunnenpaar, ein wasserrechtliches Verfahren und dauerhafter Wartungsaufwand.
Wie sie funktioniert
Aus einem Förderbrunnen wird Wasser entnommen, über einen Wärmetauscher geführt und um 3 bis 5 Kelvin abgekühlt in einen Schluckbrunnen zurückgegeben. Beide Brunnen liegen in Grundwasserfließrichtung hintereinander, mit 10 bis 15 Metern Abstand, damit das abgekühlte Wasser nicht wieder angesaugt wird.
Voraussetzungen
- Grundwasserstand: möglichst flach, idealerweise weniger als 15 m unter Gelände — sonst frisst die Förderpumpe den Effizienzvorteil auf.
- Ergiebigkeit: etwa 200 bis 250 Liter pro Stunde je Kilowatt Heizleistung; eine 10-kW-Anlage braucht rund 2,5 m³/h.
- Wasserqualität: Eisen unter 0,2 mg/l und Mangan unter 0,1 mg/l — sonst verockert der Wärmetauscher.
- Genehmigung: wasserrechtliche Erlaubnis zwingend, in Wasserschutzgebieten in der Regel ausgeschlossen.
- Platz: zwei Brunnen mit Abstand zueinander und zu Gebäuden, Leitungsgräben zum Haus.
Vor jeder Planung steht ein Pumpversuch mit Wasseranalyse. Er kostet 1.500 bis 3.500 € und ist die einzige belastbare Grundlage — der Nachbar mit funktionierender Anlage sagt nichts über Ihr Grundstück aus.
Kosten
| Position | Richtpreis |
|---|---|
| Pumpversuch, Wasseranalyse, Gutachten | 1.500–3.500 € |
| Förder- und Schluckbrunnen | 8.000–16.000 € |
| Förderpumpe, Filter, Wärmetauscher | 2.500–5.000 € |
| Wärmepumpe Wasser-Wasser | 12.000–19.000 € |
| gesamt vor Förderung | 26.000–43.000 € |
Wie Erdwärme löst auch Grundwassernutzung den Effizienzbonus aus. Zur Systematik: Förderung.
Effizienz — mit einem Abzug
Die reine Leistungszahl liegt hoch, doch die Förderpumpe läuft mit. Bei tiefem Grundwasserstand kann sie 10 bis 20 % der aufgenommenen Leistung ausmachen. Entscheidend ist deshalb die Anlagen-Jahresarbeitszahl inklusive Hilfsantriebe — nicht der Wert aus dem Datenblatt. Was die Kennzahlen bedeuten, steht unter Jahresarbeitszahl.
Der Wartungsaufwand
- jährliche Kontrolle von Filter, Förderpumpe und Wärmetauscher
- regelmäßige Wasseranalyse — die Zusammensetzung kann sich über Jahre ändern
- Verockerung im Schluckbrunnen ist der häufigste Ausfallgrund; Regenerierung kostet 1.500 bis 4.000 €
- Auflagen der Behörde zu Messungen und Betriebsprotokollen einhalten
Wer diese Punkte nicht einplant, hat nach acht Jahren eine Anlage mit sinkender Schluckfähigkeit. Der laufende Service gehört fest in den Wartungsvertrag.
Im Raum München
Die Münchner Schotterebene führt Grundwasser oft in geringer Tiefe — technisch eine gute Ausgangslage. Gleichzeitig sind große Teile des Stadtgebiets und des Umlands durch Wasserschutzgebiete und dichte Bebauung eingeschränkt, und die Behörden achten auf gegenseitige Beeinflussung benachbarter Anlagen. Die Zuständigkeiten und Verfahren fasst der Beitrag Genehmigung in Bayern zusammen.
Für wen sie sich lohnt
- hoher Wärmebedarf ab etwa 20.000 kWh im Jahr — dann zahlt sich die höhere Arbeitszahl aus
- Mehrfamilienhäuser und Gewerbe, siehe Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus
- Grundstücke mit nachgewiesen flachem, sauberem Grundwasser
- Bauherren, die zusätzlich passiv kühlen wollen
Für ein normales Einfamilienhaus ist meist die Erdsonde die einfachere Wahl — weniger Auflagen, weniger Wartung, fast dieselbe Effizienz. Den Grundsatzvergleich zieht Luft-Wasser gegen Erdwärme.
Wir klären vorab, ob Ihr Grundstück überhaupt in Frage kommt — Anfrage stellen.



