In München sind Gasetagenheizungen weit verbreitet: In jeder Wohnung hängt eine eigene Therme, die Heizung und Warmwasser versorgt. Beim Austausch stellt sich eine Frage, die es bei der Zentralheizung nicht gibt — jede Wohnung einzeln erneuern oder das Haus auf eine gemeinsame Anlage umstellen? Die Entscheidung fällt in der Eigentümergemeinschaft und hat rechtliche wie wirtschaftliche Folgen.
Was eine Etagenheizung ausmacht
- eine Gastherme je Wohnung, meist im Bad oder in der Küche
- Gaszähler und Abrechnung je Wohneinheit — keine Heizkostenabrechnung übers Haus
- Abgasführung über eine gemeinsame Abgasanlage oder einzelne Außenwandführungen
- Warmwasser meist im Durchlaufprinzip erzeugt
- Wartung, Störung und Ersatz liegen bei der einzelnen Wohnung
Was das GEG für Etagenheizungen vorsieht
Für Gebäude mit Etagenheizungen kennt das Gebäudeenergiegesetz eine Sonderregelung. Fällt die erste Therme aus und wird ersetzt, beginnt eine Entscheidungsfrist: Die Eigentümergemeinschaft muss innerhalb bestimmter Fristen festlegen, ob auf eine zentrale Lösung umgestellt wird — anschließend gelten Übergangsfristen für die Umsetzung. Wird zentralisiert, greifen für die neue Anlage die Anforderungen an 65 % erneuerbare Energie. Die Fristen hängen am Einzelfall und an der kommunalen Wärmeplanung; die Grundzüge stehen unter GEG 2024. Lassen Sie den konkreten Fall vor einer Beschlussfassung prüfen.
Die drei Wege im Vergleich
| Lösung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Zentrale Wärmepumpe fürs Haus | förderfähig, effizient, eine Wartung, GEG-konform | Steigleitungen und Heizkostenverteilung nötig, WEG-Beschluss |
| Wärmepumpe je Wohnung | keine Steigstränge, eigenständige Abrechnung | Aufstellort und Schall je Einheit schwierig, teurer pro kW |
| Fernwärmeanschluss | kein Platzbedarf, Wartung beim Versorger | nur im Netzgebiet, Preisbindung |
Für Mehrfamilienhäuser in München ist die Reihenfolge der Prüfung meist: Fernwärme verfügbar? Wenn nein, zentrale Wärmepumpe im Keller oder auf dem Dach. Der Vergleich im Detail steht unter Fernwärme oder Wärmepumpe.
Zentralisierung: Was technisch dazugehört
- Heizlast des Gesamtgebäudes raumweise ermitteln, nicht aus Wohnflächen hochrechnen
- Steigstränge und Wohnungsübergabestationen planen — sie ersetzen die Thermen
- Warmwasserkonzept: zentrale Bereitung mit Zirkulation und Legionellenschutz oder dezentrale Frischwasserstationen
- Aufstellort: Keller, Innenhof oder Dachaufstellung, jeweils mit Schallnachweis
- Verbrauchserfassung nach Heizkostenverordnung installieren
- Rückbau der Thermen und der Abgasanlage
Der Aufwand liegt vor allem in den Strängen — technisch ist die zentrale Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus Standard. Wie die Auslegung läuft, zeigt Heizleistung berechnen.
Förderung im Mehrfamilienhaus
Die Bundesförderung staffelt die förderfähigen Kosten nach Wohneinheiten: Für die erste Wohneinheit gelten maximal 30.000 €, für weitere Einheiten geringere Beträge — der Förderbetrag steigt also mit der Zahl der Wohnungen. Grundförderung, Klimageschwindigkeitsbonus und Effizienzbonus sind auch hier kombinierbar, gedeckelt bei 70 %. Für Eigentümergemeinschaften gelten eigene Antragsregeln. Wir bereiten die Unterlagen für die WEG-Versammlung auf, siehe Förderberatung.
Was Sie vor dem Beschluss klären sollten
- Alter und Zustand aller Thermen im Haus — wie viele fallen absehbar aus?
- Zustand der Abgasanlage: Sanierungsbedarf ohnehin vorhanden?
- Anschlussmöglichkeit an Fernwärme schriftlich abfragen
- Platz für Technikraum, Speicher und Aufstellort inklusive Schallnachweis
- Kostenverteilung und Rücklagen in der Gemeinschaft
Fazit
Der Ersatz einer Gasetagenheizung ist selten eine reine Gerätefrage — er ist eine Weichenstellung fürs ganze Haus. Wer früh plant, hält die Fristen ein und nutzt die volle Förderung. Wir erstellen Konzept und Kostenrahmen für Ihr Mehrfamilienhaus in München: Anfrage stellen.



