Welche Heizungsarten gibt es, und welche passt zu welchem Gebäude? Der Markt ist überschaubarer, als er wirkt: Es geht um die Frage, woher die Wärme kommt — aus der Umwelt, aus einem Brennstoff oder aus einem Netz. Diese Übersicht ordnet alle gängigen Systeme nach Energiequelle, Eignung und Zukunftsfähigkeit.
Systematik: Woher kommt die Wärme?
| Kategorie | Systeme | Energiequelle |
|---|---|---|
| Umweltwärme | Luft-Wasser-, Sole-Wasser-, Wasser-Wasser-Wärmepumpe | Luft, Erdreich, Grundwasser |
| Netzgebunden | Fernwärme, Nahwärme | zentrale Erzeugung |
| Feste Biomasse | Pellets, Scheitholz, Hackschnitzel | Holz |
| Fossil | Gas-Brennwert, Öl-Brennwert | Erdgas, Heizöl |
| Strom direkt | Infrarot, Nachtspeicher, Elektroheizung | Strom |
| Solar | Solarthermie | Sonne, meist unterstützend |
Die Systeme im Kurzprofil
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: Standard im Ein- und Zweifamilienhaus, kein Erdeingriff, JAZ typischerweise 3,0–4,0
- Sole-Wasser-Wärmepumpe: höchste Effizienz, benötigt Bohrung oder Kollektorfläche und Genehmigung
- Fernwärme: minimaler Platzbedarf, dafür Preisbindung und nur im Netzgebiet verfügbar — Vergleich für München
- Pelletkessel: erneuerbar und hochtemperaturfähig, braucht Lagerraum und Beschickung — Heizen mit Holz
- Gas- und Öl-Brennwert: technisch ausgereizt, GEG-seitig nur noch eingeschränkt einsetzbar — Brennwerttechnik erklärt
- Direktelektrische Heizungen: günstig in der Anschaffung, teuer im Betrieb — Infrarotheizung im Faktencheck
- Solarthermie: sinnvoll als Ergänzung für Warmwasser, deckt keine Grundlast
- Hybridanlagen: Wärmepumpe plus Spitzenlastkessel, sinnvoll bei sehr hohen Systemtemperaturen
Auswahl nach Gebäudetyp
| Gebäude | Naheliegende Wahl |
|---|---|
| Neubau | Wärmepumpe mit Flächenheizung, ggf. Fernwärme |
| saniertes Einfamilienhaus | Luft-Wasser-Wärmepumpe |
| Altbau mit großen Heizkörpern | Wärmepumpe nach Prüfung der Vorlauftemperatur |
| Altbau mit sehr hohem Bedarf | Pellets oder Hybrid, Fernwärme falls verfügbar |
| Mehrfamilienhaus in der Stadt | Fernwärme oder zentrale Wärmepumpe |
| Haus mit Grundstücksfläche | Erdwärme mit Sonde oder Kollektor |
Was die Auswahl wirklich entscheidet
Nicht das Gerät, sondern drei Größen: die Heizlast, die benötigte Vorlauftemperatur und die Verfügbarkeit am Standort. Erst wenn diese Werte feststehen, lässt sich sinnvoll über Systeme sprechen. Die Grundlage liefert die Heizlastberechnung, die Einordnung Heizleistung berechnen.
Rechtlicher Rahmen
Seit 2024 gilt für neue Heizungen die 65-%-Regel für erneuerbare Energien — in Neubaugebieten sofort, im Bestand gestaffelt entlang der kommunalen Wärmeplanung. Damit scheiden reine fossile Neuanlagen als Dauerlösung praktisch aus. Details unter GEG 2024. Gefördert wird der Umstieg mit bis zu 70 % Zuschuss auf maximal 30.000 € förderfähige Kosten der ersten Wohneinheit.
Fazit
Für die große Mehrheit der Ein- und Zweifamilienhäuser in München und Oberbayern läuft die Auswahl auf Wärmepumpe oder Fernwärme hinaus; Holz und Hybrid bleiben Sonderfälle mit klaren Voraussetzungen. Wir prüfen ergebnisoffen, was zu Ihrem Gebäude passt: Beratung oder Anfrage stellen.



