SG Ready ist eine einfache Schnittstelle, über die eine Wärmepumpe externe Signale entgegennimmt — etwa vom Wechselrichter der Photovoltaikanlage. Damit lässt sich die Anlage genau dann hochfahren, wenn Strom im Überschuss vorhanden ist. Technisch sind es zwei Kontakte, aus denen sich vier Betriebszustände ergeben.
Die vier Betriebszustände
| Zustand | Bedeutung | Verhalten der Wärmepumpe |
|---|---|---|
| 1 | Sperrzeit (max. 2 h) | abgeschaltet, alter EVU-Sperrbetrieb |
| 2 | Normalbetrieb | läuft nach eigener Regelung |
| 3 | Einschaltempfehlung | läuft verstärkt, Speicher werden angehoben |
| 4 | Einschaltbefehl | läuft mit maximaler Leistung, wenn technisch möglich |
Für die PV-Nutzung sind Zustand 3 und 4 relevant: Sobald Überschuss anliegt, hebt die Regelung Puffer- und Warmwassertemperatur an und speichert die Energie als Wärme.
Was der Eigenverbrauch tatsächlich bringt
Ohne Steuerung deckt eine Wärmepumpe im Jahresmittel etwa 20 bis 30 % ihres Strombedarfs aus der eigenen PV-Anlage — schlicht, weil im Winter wenig Ertrag anfällt. Mit SG-Ready-Steuerung sind 30 bis 40 % erreichbar, mit zusätzlichem Batteriespeicher 40 bis 55 %. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart die Differenz zwischen Bezugspreis (rund 26 ct) und Einspeisevergütung (rund 8 ct), also etwa 18 ct.
- 5.000 kWh Wärmepumpenstrom, 25 % Eigenanteil: 1.250 kWh × 0,18 € = 225 € im Jahr
- derselbe Verbrauch, 38 % Eigenanteil: 1.900 kWh × 0,18 € = 342 € im Jahr
- Mehrertrag durch die Steuerung: rund 120 € jährlich bei Kosten von 300 bis 900 € einmalig
Der Effekt ist real, aber überschaubar — mehr dazu unter Wärmepumpe und Photovoltaik.
Wo der Haken liegt
Wärme zu speichern kostet Effizienz. Wird der Pufferspeicher mittags auf 45 statt 35 °C angehoben, arbeitet die Wärmepumpe mit schlechterer Leistungszahl und der Speicher verliert über die Bereitschaft. Von zehn eingespeicherten Kilowattstunden kommen abends grob acht an. Deshalb gilt:
- Überhöhung moderat halten — 3 bis 7 Kelvin über Sollwert genügen.
- Vorrangig Warmwasser anheben, dort ist der Nutzen am größten.
- Heizungspuffer nur in der Übergangszeit überhöhen, im Hochsommer sinnlos.
- Keine unnötig großen Speicher, siehe Pufferspeicher.
Anschluss und Voraussetzungen
- Wärmepumpe mit SG-Ready-Eingang (bei aktuellen Geräten Standard)
- Wechselrichter oder Energiemanager mit potentialfreien Relaisausgängen
- zweiadrige Steuerleitung zwischen beiden Geräten
- Einstellung der Überschussschwelle — typischerweise 1,5 bis 3 kW dauerhafter Überschuss
- Hysterese, damit die Anlage nicht bei jeder Wolke schaltet
Die Installation dauert wenige Stunden, wenn beide Geräte nebeneinander stehen. Liegt die Wärmepumpe im Keller und der Wechselrichter im Dachgeschoss, kommt Leitungsverlegung dazu.
Abgrenzung zu § 14a EnWG
Beide Themen betreffen Steuerung, verfolgen aber gegensätzliche Zwecke: SG Ready ist Ihre Steuerung für mehr Eigenverbrauch, § 14a EnWG ist die Steuerung des Netzbetreibers zur Netzentlastung. Beides läuft parallel und über getrennte Schnittstellen — die Sperrsignale des Netzbetreibers haben Vorrang.
Lohnt es sich?
Ja, wenn eine PV-Anlage vorhanden ist und die Wärmepumpe die Funktion mitbringt: Die Nachrüstung amortisiert sich in drei bis sechs Jahren. Nein, wenn dafür ein größerer Speicher gekauft werden müsste — dann verzehrt der Bereitschaftsverlust den Gewinn. Wer neu plant, sollte die Schnittstelle in jedem Fall vorsehen; sie kostet nichts extra und hält Optionen offen. Mehr zur Anlagentechnik unter Photovoltaik und Speicher.



