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Ratgeber

Heizstab in der Wärmepumpe: Funktion und Kosten.

Elektrischer Heizstab in der Wärmepumpe: wozu er dient, wann er anspringt, was er kostet und wie er sich mit PV-Überschuss sinnvoll nutzen lässt.

Münchener Wärmepumpen2 Min. Lesezeit
Heizstab in der Wärmepumpe: Funktion und Kosten

Jede Wärmepumpe hat einen elektrischen Zusatzheizer. Er wandelt Strom direkt in Wärme um — mit einem Wirkungsgrad von 100 %, was gegenüber der Wärmepumpe mit 300 bis 400 % schlecht ist. Richtig eingesetzt kostet er kaum Geld, falsch eingestellt verdreifacht er die Heizkosten.

Wozu er gebraucht wird

  • Spitzenlast: an den wenigen Tagen, an denen die Wärmepumpe die Heizlast allein nicht deckt
  • Legionellenprogramm: für die Aufheizung des Warmwassers über das Temperaturniveau der Wärmepumpe hinaus, siehe Legionellenschutz
  • Notbetrieb: wenn der Verdichter gestört ist — das Haus bleibt warm, bis der Service kommt
  • Estrichtrocknung: im Neubau; besser jedoch mit Mietgerät, siehe Wärmepumpe im Neubau

Was er kostet

Anteil an der JahresarbeitMehrkosten je Jahr*Bewertung
1–3 %30–90 €normal, richtig ausgelegt
5–10 %150–350 €Auslegung oder Einstellung prüfen
über 15 %500 €+Fehler im System

*bei 20.000 kWh Wärmebedarf und 28 ct/kWh. Der Heizstab braucht für dieselbe Wärme rund dreimal so viel Strom wie der Verdichter.

Warum er zu oft läuft

  • Freigabetemperatur zu hoch eingestellt: Er springt schon bei 0 °C an, obwohl die Wärmepumpe bis −7 °C allein trägt.
  • Heizkurve zu steil: Die geforderte Vorlauftemperatur übersteigt das, was das Gerät liefern kann — siehe Heizkurve einstellen.
  • Warmwasser zu heiß: Ab etwa 55 bis 60 °C übernimmt bei vielen Anlagen der Heizstab die letzten Kelvin.
  • Anlage zu klein oder Quelle schwach: etwa bei unterdimensionierter Erdsonde.
  • Störung im Kältekreis: Der Heizstab kaschiert den Defekt, bis die Rechnung kommt.

Wie Sie das am eigenen Zähler eingrenzen, steht unter Verbraucht zu viel Strom.

Den Heizstab überwachen

Fast jede Regelung führt einen eigenen Betriebsstundenzähler für den Zusatzheizer. Notieren Sie ihn zweimal im Jahr — im Oktober und im April. Steigt er um mehr als 60 bis 100 Stunden pro Saison, lohnt die Ursachensuche. Manche Anlagen weisen die Arbeit sogar in Kilowattstunden aus; das ist die belastbarere Zahl.

Heizstab mit PV-Überschuss

Umgekehrt kann der Heizstab nützlich sein: Wenn die PV-Anlage mittags einspeist und die Wärmepumpe schon läuft, lässt sich Überschuss über den Heizstab in den Speicher schieben. Der schlechte Wirkungsgrad spielt keine Rolle, wenn der Strom sonst für 8 ct eingespeist würde. Sinnvoll ist das aber nur:

  • bei echtem Überschuss, nicht bei Netzbezug
  • über eine Regelung mit Leistungsstufen, nicht als reines Ein/Aus
  • nachrangig hinter der Wärmepumpe — sie bleibt immer die effizientere Quelle

Die Steuerlogik dazu steht unter SG Ready.

Absicherung und Anschluss

Der Heizstab bestimmt maßgeblich die Anschlussleistung: Eine 9-kW-Wärmepumpe zieht selbst rund 3 kW, mit Heizstab aber 9 kW. Wer den Heizstab in der Leistung begrenzt oder in Stufen schaltet, entlastet den Hausanschluss spürbar — die Zusammenhänge stehen unter Stromanschluss und Zähler.

Wir prüfen Freigabetemperatur und Heizstabstunden bei der Wartung mit — zum Service.

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