Sole-Wasser-Wärmepumpen gelten zu Recht als wartungsarm: Kein Außengerät, kein Abtauen, kaum bewegte Teile im Freien. Der Solekreis ist trotzdem ein geschlossenes, druckbeaufschlagtes System mit einem Wärmeträger, der Frostschutz enthält — und genau dort lohnt der jährliche Blick.
Was in der Sole steckt
Üblich ist eine Mischung aus Wasser und Glykol, meist auf Basis von Ethylenglykol oder dem weniger giftigen Propylenglykol, in einer Konzentration von etwa 25 bis 30 Volumenprozent. Das ergibt Frostsicherheit bis rund −13 bis −15 °C. Höhere Konzentrationen bringen keinen Vorteil: Die Sole wird zäher, die Pumpe braucht mehr Strom und die Wärmeübertragung verschlechtert sich.
Die drei Kontrollpunkte
| Prüfpunkt | Normalbereich | Auffällig, wenn |
|---|---|---|
| Soledruck | meist 1,0 bis 2,0 bar, Herstellerangabe beachten | langsam sinkend über Wochen |
| Frostschutz | bis etwa −13 °C, per Refraktometer geprüft | über −8 °C, dann verdünnt |
| Soletemperatur im Betrieb | Eintritt je nach Quelle etwa 0 bis 8 °C | dauerhaft negativ, besonders über Jahre fallend |
Ein Ausdehnungsgefäß im Solekreis fängt Temperaturschwankungen ab; sein Vordruck gehört bei der Wartung mitgeprüft — verliert es Stickstoff, schwankt der Anlagendruck sichtbar mit der Jahreszeit.
Druckabfall ernst nehmen
Ein leichter Rückgang in den ersten Monaten nach Inbetriebnahme ist normal: Gelöste Luft entweicht über den Abscheider. Sinkt der Druck danach weiter, liegt eine Undichtigkeit vor. Innerhalb des Gebäudes ist sie meist an Verschraubungen, Verteiler oder Entlüfter zu finden. Bleibt der Kreis außerhalb verdächtig, ist die Erdsonde oder die Anbindeleitung betroffen — das ist ein Fall für den Fachbetrieb und, weil Wärmeträgerflüssigkeit in das Erdreich gelangen kann, unter Umständen für die untere Wasserbehörde. Die wasserrechtliche Erlaubnis für die Anlage enthält dazu in der Regel konkrete Auflagen; die Genehmigungsseite beschreibt Genehmigung in Bayern.
Nachgefüllt wird ausschließlich mit derselben Mischung in derselben Konzentration — Wasser allein verdünnt den Frostschutz und gefährdet den Verdampfer.
Wenn die Soletemperatur über Jahre sinkt
Erdsonden und Kollektoren entziehen dem Boden Wärme, die über Sommer regeneriert. Wird dauerhaft mehr entzogen, als nachströmt — etwa weil die Sonde zu kurz bemessen wurde oder der Wärmebedarf nach einem Anbau gestiegen ist —, fällt die Quellentemperatur von Jahr zu Jahr. Die Folgen: sinkende Jahresarbeitszahl, häufigere Abschaltungen über den Frostschutzwächter, im Extremfall dauerhafte Vereisung um die Sonde.
Notieren Sie deshalb bei jeder Wartung die minimale Soleeintrittstemperatur der Heizperiode. Diese Reihe ist die aussagekräftigste Kennzahl einer Erdwärmeanlage. Gegenmaßnahmen reichen von der Reduzierung der Entzugsleistung bis zur Regeneration im Sommer, etwa durch passive Kühlung, die dem Erdreich Wärme zurückgibt — der eleganteste Fall, weil er zugleich Komfort schafft.
Was sonst zur Wartung gehört
- Schmutzfänger im Solekreis reinigen, Volumenstrom und Spreizung prüfen
- Solepumpe auf Leistungsaufnahme und Geräusch kontrollieren
- Heizkreis mitprüfen: Druck, Luft, Wasserqualität nach VDI 2035
- Betriebsstunden, Verdichterstarts und Heizstabstunden dokumentieren, siehe Takten
- Dämmung der Soleleitungen kontrollieren — sie verhindert Kondensat und Tropfwasser im Technikraum, siehe Rohrleitungsdämmung
Der Aufwand liegt deutlich unter dem einer Luft-Wärmepumpe. Zur Einordnung der Intervalle siehe Wartung der Wärmepumpe, zu den Quellenarten Flächenkollektor oder Erdsonde und Erdwärmebohrung.
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