Rohrleitungsdämmung ist die unspektakulärste Maßnahme am Heizsystem — und eine der wirtschaftlichsten. Sie kostet wenig, ist meist in Eigenleistung machbar und wirkt sofort. Zudem ist sie im Gebäudeenergiegesetz nicht als Empfehlung, sondern als Nachrüstpflicht formuliert.
Was das GEG verlangt
Zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen in unbeheizten Räumen müssen gedämmt sein. Die Mindeststärken richten sich nach dem Innendurchmesser der Leitung und beziehen sich auf einen Dämmstoff mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m·K). Bei schlechteren Dämmstoffen ist die Stärke entsprechend zu erhöhen.
| Innendurchmesser | Mindestdämmstärke |
|---|---|
| bis 22 mm | 20 mm |
| über 22 bis 35 mm | 30 mm |
| über 35 bis 100 mm | gleich dem Innendurchmesser |
| über 100 mm | 100 mm |
Halbe Dämmstärken genügen unter anderem bei Leitungen in Wand- und Deckendurchbrüchen, an Kreuzungen und bei Leitungen, die zwischen beheizten Räumen verlaufen. Armaturen, Pumpengehäuse, Verteiler und Flansche gehören ausdrücklich mit gedämmt — dort sitzen die größten Einzelverluste, weil ein ungedämmter Verteiler die Fläche mehrerer Rohrmeter hat.
Warum es bei der Wärmepumpe doppelt zählt
Eine Wärmepumpe arbeitet mit niedrigen Systemtemperaturen. Verluste auf dem Weg zum Heizkörper muss sie über eine höhere Vorlauftemperatur ausgleichen — und jedes Grad kostet rund 2,5 Prozent Effizienz. Was beim Gaskessel nur Brennstoff kostete, verschlechtert hier direkt die Jahresarbeitszahl.
Im Sommer kehrt sich der Effekt um: Ungedämmte Warmwasser- und Zirkulationsleitungen heizen den Keller auf und treiben die Verluste der Warmwasserbereitung. Dazu Zirkulation und Warmwasserbereitung.
Größenordnung der Einsparung
Eine ungedämmte Leitung im unbeheizten Keller verliert je nach Durchmesser und Temperatur grob 15 bis 30 Watt je Meter im Dauerbetrieb. Bei 20 Metern Leitung und einer langen Heizperiode summiert sich das auf einige hundert Kilowattstunden im Jahr. Material kostet wenige Euro je Meter; die Amortisation liegt in der Regel unter zwei Jahren — schneller als jede andere Maßnahme an der Anlage.
Sauber ausführen
- Schalen und Schläuche ohne Luftspalt anlegen, Stöße und Längsnähte verkleben
- Bögen mit Segmentstücken oder Gehrungsschnitt ausführen, nicht mit Klebeband überbrücken
- Verteiler, Absperrhähne und Pumpen mit Formteilen oder Dämmboxen erfassen
- Rohrschellen mit Dämmeinlage verwenden, sonst bleiben Wärmebrücken
- im Freien oder feuchten Bereich UV- und feuchtebeständige Ummantelung wählen
- Kälteleitungen bei Split-Geräten diffusionsdicht dämmen — dort ist die Dampfsperre entscheidend, siehe Monoblock oder Split
Einordnung und Förderung
Als Einzelmaßnahme an der Anlagentechnik ist die Dämmung von Rohrleitungen grundsätzlich förderfähig, meist aber im Zuge größerer Maßnahmen — die Details klärt die Förderberatung. Sinnvoll ist die Kombination mit dem hydraulischen Abgleich, weil beide Arbeiten am selben Verteiler ansetzen. Weitere Stellschrauben listet Heizungsoptimierung; wie tief die Vorlauftemperatur danach gehen kann, steht unter Vorlauftemperatur senken.
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