Eine Brauchwasser-Wärmepumpe erwärmt ausschließlich Trinkwasser. Sie besteht aus einem Speicher mit aufgesetztem Wärmepumpenmodul, das der Umgebungsluft Wärme entzieht — meist der Kellerluft. Gegenüber einem elektrischen Heizstab spart sie zwei Drittel des Stroms.
Wie sie arbeitet
Das Gerät saugt Luft aus dem Aufstellraum an, kühlt sie um 2 bis 5 Kelvin ab und überträgt die gewonnene Wärme auf das Wasser im Speicher. Die Leistungszahl liegt je nach Raumtemperatur zwischen 2,8 und 3,8. Nebeneffekt: Der Aufstellraum wird kühler und trockener — im feuchten Altbaukeller ein Vorteil, im beheizten Hauswirtschaftsraum ein Nachteil, weil dort die Heizung nachliefern muss.
Welche Speichergröße passt?
| Haushalt | Speichergröße | Richtpreis Gerät |
|---|---|---|
| 1–2 Personen | 150–200 l | 1.800–2.600 € |
| 3–4 Personen | 250–300 l | 2.300–3.400 € |
| 5+ Personen | 300–400 l | 3.000–4.500 € |
| Küche/Nebenraum, kleiner Bedarf | 80–120 l | 1.400–2.000 € |
Dazu kommen 800 bis 1.600 € Montage. Größer ist nicht besser: Ein überdimensionierter Speicher hält mehr Wasser dauerhaft warm, verliert entsprechend mehr über die Bereitschaft und begünstigt lange Standzeiten — Stichwort Legionellen.
Anforderungen an den Aufstellraum
- Raumvolumen: mindestens 20 m³, herstellerabhängig auch mehr — sonst kühlt das Gerät den Raum zu stark aus.
- Lufttemperatur: idealerweise dauerhaft über 8 °C; unterhalb schaltet die Maschine auf den Heizstab um.
- Unbeheizt: Keller, Waschküche, Garage. In beheizten Räumen zieht sie die Wärme aus der Heizung — der Vorteil verpufft.
- Kondensatablauf: Beim Abkühlen der Luft fällt Kondensat an, meist 1 bis 3 Liter pro Tag.
- Schall: 45 bis 55 dB(A) direkt am Gerät — nicht unter ein Schlafzimmer stellen.
Alternativ gibt es Geräte mit Luftkanalanschluss, die Außenluft ansaugen oder die Abluft aus mehreren Räumen nutzen. Das erweitert die Aufstellmöglichkeiten deutlich, siehe Abluftwärmepumpe.
Was sie im Jahr verbraucht
Ein Vier-Personen-Haushalt braucht rund 1.800 bis 2.400 kWh Wärme für Warmwasser. Bei einer Arbeitszahl von 3,0 sind das etwa 600 bis 800 kWh Strom im Jahr — rund 170 bis 225 € bei 28 ct/kWh. Ein elektrischer Speicher bräuchte für dieselbe Menge 1.900 bis 2.500 kWh, also gut 550 bis 700 €. Die Mehrkosten der Wärmepumpe amortisieren sich damit in etwa vier bis sechs Jahren.
Mit Photovoltaik besonders sinnvoll
Die Warmwasserbereitung lässt sich zeitlich frei legen. Wer eine PV-Anlage hat, programmiert die Aufheizung auf die Mittagsstunden und deckt sie fast vollständig aus Eigenstrom. Viele Geräte bringen dafür einen PV-Kontakt oder eine SG-Ready-Schnittstelle mit. Details zur Kombination stehen unter Wärmepumpe und Photovoltaik.
Wann sie sich lohnt — und wann nicht
- Sinnvoll: bei elektrischer Warmwasserbereitung, bei alter Gastherme, die nur noch Warmwasser macht, oder im Sommer als Entlastung der Heizung.
- Sinnvoll: in Häusern mit Kellerräumen, die ohnehin zu feucht sind.
- Weniger sinnvoll: wenn ohnehin eine Heizungs-Wärmepumpe geplant ist — die macht Warmwasser meist effizienter mit.
- Weniger sinnvoll: bei zu kleinem oder beheiztem Aufstellraum.
Wie sich das Gerät im Bestand nachrüsten lässt, steht unter Brauchwasser-Wärmepumpe nachrüsten. Wir prüfen Ihren Keller vorab — Kontakt.

