Warmwasser lässt sich auf zwei Arten bereitstellen: im Durchfluss, genau dann wenn gezapft wird, oder auf Vorrat in einem Speicher. Beide Wege haben klare Stärken — und beim Stromverbrauch trennt sie mehr, als viele erwarten. Dieser Vergleich ordnet Technik, Kosten und die sinnvollen Einsatzfälle ein.
Die Systeme im Überblick
| System | Prinzip | Anschlussleistung | Bereitschaftsverluste |
|---|---|---|---|
| Elektro-Durchlauferhitzer | erhitzt im Durchfluss | 18–27 kW | keine |
| Kleinspeicher / Untertischboiler | hält 5–15 l vor | 2 kW | gering |
| Elektro-Warmwasserspeicher | hält 80–300 l vor | 2–6 kW | je nach Dämmung |
| Speicher an Heizung / Wärmepumpe | Ladung über den Wärmeerzeuger | — | gering bei guter Dämmung |
| Brauchwasser-Wärmepumpe | nutzt Umgebungsluft | 0,4–0,8 kW | gering |
| Frischwasserstation | Durchfluss über Pufferspeicher | — | gering, hygienisch günstig |
Stromverbrauch: der entscheidende Unterschied
Ein Elektro-Durchlauferhitzer wandelt Strom eins zu eins in Wärme. Für 100 Liter Warmwasser bei 40 °C aus 10 °C Kaltwasser werden rund 3,5 kWh benötigt — unabhängig vom Gerät. Eine Brauchwasser-Wärmepumpe erreicht für dieselbe Menge eine Arbeitszahl von etwa 3, braucht also nur rund ein Drittel. Bei einem Vier-Personen-Haushalt summiert sich das über das Jahr auf mehrere Hundert Euro Unterschied.
- Durchlauferhitzer: keine Bereitschaftsverluste, dafür voller Strompreis für jede Kilowattstunde
- Speicher: geringe Verluste über die Dämmung, dafür Ladung mit günstiger Energie möglich
- Wärmepumpe: vervielfacht jede eingesetzte Kilowattstunde — der einzige echte Effizienzhebel
Wie sich das in die Gesamtrechnung einordnet, steht unter Stromverbrauch der Heizung.
Wann ein Durchlauferhitzer sinnvoll ist
- einzelne, weit entfernte Zapfstellen — Gäste-WC, Waschküche, Gartenhaus
- sehr geringer Warmwasserbedarf, etwa in Einliegerwohnungen
- keine Möglichkeit, den Speicher aufzustellen oder Leitungen zu verlegen
- lange Leitungswege, bei denen eine Zirkulation mehr Verluste erzeugen würde als der Durchlauferhitzer verbraucht
Wichtig: Ein 21-kW-Durchlauferhitzer braucht eine entsprechend dimensionierte Absicherung und einen Starkstromanschluss. In Bestandsgebäuden ist das häufig der limitierende Punkt.
Wann ein Speicher besser ist
- mehrere Zapfstellen und regelmäßiger Bedarf, etwa Familienhaushalt mit Wanne
- vorhandene Zentralheizung oder Wärmepumpe, die den Speicher lädt
- Photovoltaikanlage: Der Speicher nimmt Mittagsstrom auf und verschiebt den Verbrauch — siehe Wärmepumpe mit PV
- Wunsch nach gleichbleibendem Komfort bei mehreren gleichzeitigen Entnahmen
Hygiene nicht vergessen
Speicher brauchen ausreichend hohe Temperaturen und regelmäßige Aufheizung, um Legionellenbildung zu vermeiden; die technischen Regeln unterscheiden dabei zwischen Klein- und Großanlagen. Durchlauferhitzer und Frischwasserstationen haben hier prinzipbedingt Vorteile, weil kein Wasser dauerhaft steht. Wer eine Zirkulation betreibt, sollte deren Laufzeiten prüfen — Details unter Warmwasser-Zirkulation.
Die wirtschaftliche Empfehlung
Im Ein- und Zweifamilienhaus mit Wärmepumpe ist die Warmwasserbereitung über den Wärmeerzeuger oder eine separate Brauchwasser-Wärmepumpe fast immer die günstigste Lösung. Elektro-Durchlauferhitzer bleiben die richtige Wahl für einzelne, selten genutzte Zapfstellen — als zentrale Warmwasserversorgung eines Haushalts sind sie dagegen die teuerste Variante im Betrieb.
Fazit
Durchlauferhitzer sparen Bereitschaftsverluste, kosten aber die volle Kilowattstunde. Speicher plus Wärmepumpe drehen die Rechnung um. Wir planen das Warmwasserkonzept passend zur Anlage in München und Umland: Anfrage stellen.



