Ein elektronischer Durchlauferhitzer erwärmt Wasser erst beim Zapfen — kein Speicher, keine Bereitschaftsverluste, aber jede Kilowattstunde Wärme kostet eine Kilowattstunde Strom. Genau darin liegt sein Problem gegenüber einer Wärmepumpe.
Was er verbraucht
| Haushalt | Warmwasserbedarf | Stromverbrauch | Kosten je Jahr* |
|---|---|---|---|
| 1 Person | ca. 500 kWh | ca. 550 kWh | ca. 155 € |
| 2 Personen | ca. 1.000 kWh | ca. 1.100 kWh | ca. 310 € |
| 4 Personen | ca. 2.000 kWh | ca. 2.200 kWh | ca. 615 € |
*28 ct/kWh. Zum Vergleich: Eine Brauchwasser-Wärmepumpe braucht für dieselbe Menge nur ein Drittel — beim Vier-Personen-Haushalt also rund 700 statt 2.200 kWh, was etwa 420 € im Jahr spart.
Die Anschlussleistung ist der Knackpunkt
Ein moderner elektronischer Durchlauferhitzer für die Dusche hat 21 bis 27 kW — mehr als eine komplette Wärmepumpe samt Heizstab. Das verlangt:
- Drehstromanschluss mit 3 × 32 A oder mehr
- ausreichend dimensionierten Hausanschluss, siehe Stromanschluss
- eigene Zuleitung mit passendem Querschnitt (meist 5 × 6 mm²)
- Anmeldung beim Netzbetreiber
Wer parallel eine Wärmepumpe und eine Wallbox betreiben will, stößt hier schnell an Grenzen — dann wird ein Lastmanagement nötig.
Wo er sinnvoll ist
- Weit entfernte Zapfstellen: Gäste-WC, Waschküche, Gartenhaus — dort spart der Wegfall langer Leitungen mehr, als der Strom kostet.
- Selten genutzte Anschlüsse: keine Standzeiten, kein Legionellenrisiko.
- Als Nachheizung hinter einer Frischwasserstation für die letzten Kelvin.
- Mietwohnungen ohne Zentralversorgung, wo baulich nichts anderes geht.
Wo er die teuerste Lösung ist
Bei der Hauptversorgung eines Haushalts mit täglichem Duschbedarf. Dort schlägt jede Alternative den Direktstrom:
| System | Strom für 2.000 kWh Warmwasser | Kosten je Jahr |
|---|---|---|
| Durchlauferhitzer | 2.200 kWh | ca. 615 € |
| Elektro-Speicher | 2.500 kWh | ca. 700 € |
| Brauchwasser-Wärmepumpe | 700 kWh | ca. 195 € |
| Heizungswärmepumpe mit Speicher | 650 kWh | ca. 180 € |
Hygienisch im Vorteil
Weil kein Trinkwasser gespeichert wird, entfällt das Legionellenthema weitgehend — es gibt kein stehendes lauwarmes Wasser. Das ist der Grund, warum Frischwasserstationen im Mehrfamilienhaus nach demselben Prinzip arbeiten, nur mit Wärme aus dem Pufferspeicher statt aus Direktstrom. Mehr dazu unter Legionellenschutz und Speicher für die Wärmepumpe.
Umstellen: was zu bedenken ist
- Steht ohnehin ein Heizungstausch an, übernimmt die Wärmepumpe das Warmwasser mit — dann entfällt der Durchlauferhitzer.
- Läuft die Heizung noch, ist die Brauchwasser-Wärmepumpe die schnelle Zwischenlösung, siehe Nachrüsten.
- Der freigewordene Drehstromanschluss lässt sich für die Wärmepumpe nutzen — das spart Elektrokosten.
- Einzelne, weit entfernte Zapfstellen dürfen ruhig beim Durchlauferhitzer bleiben.
Den Systemvergleich zieht der Beitrag Durchlauferhitzer oder Warmwasserspeicher.
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