Für den reinen Heizungstausch braucht es keine Energieberatung — der Fachbetrieb kann die nötige Bestätigung selbst ausstellen. Sinnvoll wird sie, sobald mehrere Maßnahmen anstehen und die Reihenfolge über Geld entscheidet.
Was ein individueller Sanierungsfahrplan ist
Der iSFP ist ein strukturierter Plan, der den Ist-Zustand des Gebäudes aufnimmt und die sinnvollen Maßnahmen in eine Reihenfolge bringt — mit Kosten, Einsparung und Fördermöglichkeiten je Schritt. Er wird von einem zugelassenen Energieeffizienz-Experten erstellt und ist förderfähig.
- Aufnahme vor Ort: Hülle, Fenster, Dach, Keller, Anlagentechnik
- Berechnung des Ist-Zustands und der Einsparpotenziale
- Maßnahmenpakete mit Zeitachse, meist über zehn bis fünfzehn Jahre
- Kostenschätzung und Förderübersicht je Paket
Der finanzielle Hebel
Wer Dämmmaßnahmen im Rahmen eines iSFP umsetzt, erhält für diese Maßnahmen einen zusätzlichen Fördersatz-Bonus. Bei einer Fassadendämmung für 35.000 € bedeutet das mehrere tausend Euro Unterschied — deutlich mehr, als der Fahrplan selbst kostet. Wichtig: Der Bonus gilt für Maßnahmen an der Gebäudehülle, nicht für die Heizungsförderung, deren Systematik unter Förderung beschrieben ist.
Kosten und Förderung der Beratung
| Leistung | Kosten | Zuschuss |
|---|---|---|
| Energieberatung Ein-/Zweifamilienhaus mit iSFP | 1.300–2.200 € | rund 50 %, gedeckelt |
| Beratung Mehrfamilienhaus (ab 3 WE) | 1.800–3.500 € | rund 50 %, gedeckelt |
| Baubegleitung bei Einzelmaßnahmen | je nach Umfang | anteilig förderfähig |
Die genauen Sätze und Deckel ändern sich; vor Beauftragung den aktuellen Stand prüfen lassen — das übernimmt unsere Förderberatung mit.
Wann sie sich lohnt
- Es stehen Heizung und Hüllmaßnahmen an, und die Reihenfolge ist unklar.
- Das Gebäude ist unsaniert und die Vorlauftemperatur hoch, siehe Erst dämmen, dann Wärmepumpe?.
- Es handelt sich um ein Mehrfamilienhaus mit mehreren Eigentümern, die eine gemeinsame Grundlage brauchen.
- Ein Kauf steht an und der Sanierungsbedarf soll beziffert werden.
Wann sie verzichtbar ist
- Der Kessel ist defekt und muss diese Woche ersetzt werden — dann zählt Tempo, nicht Planung.
- Das Gebäude ist bereits saniert, es geht nur um den Heizungstausch.
- Der Absenktest zeigt, dass 50 bis 55 °C reichen — dann ist der Fall klar.
Energieberater und Fachbetrieb: die Rollenteilung
Der Energieberater plant und bewertet, der Fachbetrieb baut. Beides in einer Hand ist bei Fördermitteln nicht immer zulässig, weil die Bestätigung unabhängig sein soll. In der Praxis läuft es gut, wenn beide früh miteinander sprechen: Der Berater liefert Heizlast und Maßnahmenreihenfolge, der Betrieb prüft die Umsetzbarkeit im Technikraum. Woran Sie einen guten Betrieb erkennen, steht unter Fachbetrieb finden.
Was Sie vorbereiten sollten
- Baupläne, Grundrisse und Schnitte, falls vorhanden
- Verbrauchsabrechnungen der letzten drei Jahre
- Dokumentation früherer Sanierungen: Fenstertausch, Dachdämmung, Heizungserneuerung
- vorhandene Energieausweise
- eine Liste der Räume, die im Winter zu kalt bleiben
Wer diese Unterlagen bereitlegt, verkürzt die Beratung um Stunden — und bekommt belastbarere Zahlen. Die Einordnung im Gesamtablauf steht unter Heizungsmodernisierung.
Wir sagen Ihnen vorab, ob sich der Aufwand in Ihrem Fall lohnt — Kontakt aufnehmen.


