Zurück zu allen Ratgebern
Ratgeber

Heizkurve einstellen: Anleitung für die Wärmepumpe.

Heizkurve der Wärmepumpe richtig einstellen: was Steigung und Parallelverschiebung bewirken, wie Sie in Schritten optimieren und welche Fehler Strom kosten.

Münchener Wärmepumpen2 Min. Lesezeit
Heizkurve einstellen: Anleitung für die Wärmepumpe

Die Heizkurve legt fest, welche Vorlauftemperatur die Wärmepumpe bei welcher Außentemperatur erzeugt. Sie ist die wichtigste Einstellung überhaupt: Jedes Kelvin zu viel kostet rund 2,5 % Strom. Zwei Parameter genügen — Steigung und Parallelverschiebung.

Die beiden Stellschrauben

  • Steigung (Neigung): bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur bei fallender Außentemperatur ansteigt. Zu steil heißt: im Winter zu warm, in der Übergangszeit passend.
  • Parallelverschiebung (Niveau): hebt oder senkt die gesamte Kurve. Zu hoch heißt: das ganze Jahr über zu warm.

Typische Startwerte: Fußbodenheizung 0,3 bis 0,5, Heizkörper im sanierten Bestand 0,6 bis 0,9, alte Heizkörper im unsanierten Altbau 1,0 bis 1,4. Das sind Ausgangspunkte, keine Zielwerte — die richtige Kurve findet nur das eigene Haus.

Vor dem Einstellen: Voraussetzungen schaffen

Ohne diese drei Punkte optimieren Sie ins Leere:

  • Der hydraulische Abgleich ist gemacht, sonst überversorgt sich der nächstgelegene Raum.
  • Alle Thermostatventile stehen voll offen — auch im Referenzraum. Die Heizkurve ersetzt die Einzelraumregelung, nicht umgekehrt.
  • Die Nachtabsenkung ist deaktiviert. Bei Wärmepumpen kostet der morgendliche Wiederaufheizvorgang mehr, als die Absenkung spart.

Schritt für Schritt optimieren

Optimiert wird in kleinen Schritten über mehrere Tage. Schnellschüsse führen dazu, dass man die Trägheit des Gebäudes mit einer falschen Einstellung verwechselt.

  • Schritt 1: Referenzraum wählen, meist Wohnzimmer. Thermometer aufstellen, Zieltemperatur festlegen (z. B. 21 °C).
  • Schritt 2: Heizkurve um 0,1 senken oder das Niveau um 1 K reduzieren.
  • Schritt 3: Zwei bis drei Tage warten, ohne weiter zu drehen. Raumtemperatur täglich zur selben Uhrzeit notieren.
  • Schritt 4: Bleibt es warm genug, wiederholen. Wird es zu kühl, den letzten Schritt zurücknehmen — das ist die Einstellung.
  • Schritt 5: Den Vorgang an einem kalten Tag prüfen. Ist es dann zu kühl, ist die Steigung zu flach; ist es nur in der Übergangszeit zu warm, ist sie zu steil.

Steigung oder Niveau — was ist falsch?

BeobachtungUrsacheKorrektur
im Winter zu kalt, sonst passendSteigung zu flachSteigung +0,1
im Winter zu warm, sonst passendSteigung zu steilSteigung −0,1
immer zu warmNiveau zu hochParallelverschiebung −1 bis −2 K
immer zu kaltNiveau zu niedrigParallelverschiebung +1 bis +2 K
Übergangszeit zu warm, Winter passendSteigung zu flach, Niveau zu hochSteigung +0,1, Niveau −2 K

Woran Sie eine zu hohe Kurve erkennen

  • Thermostatventile drosseln ständig, Räume werden ohne Regelung zu warm.
  • Die Anlage taktet: kurze Laufzeiten, viele Starts pro Tag.
  • Die Rücklauftemperatur liegt nah am Vorlauf — die Wärme wird nicht abgenommen.
  • Der Stromverbrauch liegt deutlich über dem, was die Verbrauchsrechnung erwarten lässt.

Warmwasser getrennt betrachten

Die Heizkurve gilt nur für den Heizbetrieb. Die Warmwassertemperatur wird separat eingestellt — üblich sind 48 bis 52 °C plus ein programmierter Aufheizvorgang gegen Legionellen. Wer die Heizkurve anhebt, weil das Duschwasser zu kühl ist, hat an der falschen Stelle gedreht.

Wann Sie aufhören sollten

Wenn die Räume die Zieltemperatur an einem Tag mit Normaußentemperatur gerade noch halten, ist das Optimum erreicht. Weiter absenken heißt: Der Heizstab springt an kalten Tagen ein und frisst die Ersparnis mehrfach auf. Wie weit sich die Vorlauftemperatur insgesamt drücken lässt, hängt an den Heizflächen — dazu der Beitrag zur Vorlauftemperatur.

Wir übernehmen die Einregulierung inklusive Datenauswertung über die erste Heizsaison — zum Service.

Frage zum Thema?

Wir helfen persönlich.

Sie planen eine Wärmepumpe? Wir übernehmen Beratung, Heizlast, Förderung und Einbau — aus einer Hand vom Münchner Meisterbetrieb.

Jetzt anrufen089 620 84 215Anfrage