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Ratgeber

Wärmepumpen-Hersteller im Vergleich: worauf achten.

Wärmepumpen-Hersteller vergleichen: welche Datenblattwerte zählen, wie Tests zu lesen sind und warum Ausführung und Service wichtiger sind als die Marke.

Münchener Wärmepumpen2 Min. Lesezeit
Wärmepumpen-Hersteller im Vergleich: worauf achten

Auf dem deutschen Markt sind rund dreißig Hersteller aktiv — von großen Heizungsbauern über japanische und koreanische Klimatechnikkonzerne bis zu spezialisierten Manufakturen. Die Unterschiede in der Effizienz vergleichbarer Geräte liegen bei 5 bis 10 %. Der Unterschied zwischen guter und schlechter Ausführung beträgt 30 %. Diese Relation sollte die Auswahl bestimmen.

Die Herstellergruppen

GruppeStärkenWorauf achten
Klassische HeizungsherstellerHydraulik, Regelung, dichtes ServicenetzPreisniveau, Bindung an Vertragspartner
Klima- und KältetechnikkonzerneVerdichter- und Kältekreis-Know-how, günstige PreiseHydraulik oft zugekauft, Regelung weniger heizungsnah
Spezialisierte Herstellerhohe Effizienz, natürliche Kältemittel, Monoblock-BauformenLieferzeiten, regionale Servicedichte
Handelsmarken und Importgeräteniedriger PreisErsatzteilversorgung und Garantieabwicklung prüfen

Die Werte, die im Datenblatt zählen

  • Leistungszahl bei realistischem Betriebspunkt: nicht A7/W35, sondern A−7/W45 oder A2/W45 — das ist der Winterbetrieb im Bestand.
  • Heizleistung bei Normaußentemperatur: für München −12 °C. Viele Geräte verlieren dort 25 bis 40 % ihrer Nennleistung.
  • Maximale Vorlauftemperatur bei Kälte: „bis 70 °C" gilt oft nur bei milden Außentemperaturen.
  • Modulationsbereich: Je weiter er nach unten reicht, desto weniger taktet die Anlage in der Übergangszeit.
  • Schallleistungspegel im Nachtbetrieb: entscheidend für die Aufstellung, siehe Schallschutz.
  • Kältemittel: R290 löst den Effizienzbonus aus, siehe Kältemittel im Vergleich.

Wie Tests zu lesen sind

Prüfinstitute messen unter Normbedingungen. Das macht Geräte vergleichbar, sagt aber wenig über Ihr Haus: Ein Testsieger mit hervorragendem SCOP bei 35 °C Vorlauf kann in einem Altbau mit 55 °C schlechter dastehen als ein zweitplatziertes Gerät mit besserem Verhalten bei hohen Temperaturen. Prüfen Sie deshalb immer die Teilbewertung für Ihren Anwendungsfall — nicht die Gesamtnote.

Was mehr zählt als die Marke

  • Auslegung: eine Heizlastberechnung statt Kesselleistung übernehmen
  • Hydraulik: Anlagenvolumen, Abgleich, sinnvolle oder gar keine Pufferlösung
  • Aufstellung: freier Luftweg, entkoppeltes Fundament, Kondensatweg — siehe Aufstellort
  • Einregulierung: Heizkurve über die erste Heizsaison nachgeführt
  • Service: Wie schnell ist im Januar jemand da, und gibt es Ersatzteile in zehn Jahren?

Angebote wirklich vergleichbar machen

Drei Angebote unterscheiden sich meist nicht im Gerätepreis, sondern im Leistungsumfang. Achten Sie darauf, dass überall dasselbe enthalten ist:

  • Heizlastberechnung und hydraulischer Abgleich mit Protokoll
  • Speicher (Größe und Typ genannt), Zubehör, Fundament
  • Elektroarbeiten, Netzbetreiber-Anmeldung nach § 14a EnWG
  • Demontage und Entsorgung der Altanlage, Stilllegung des Öltanks
  • Inbetriebnahme mit Protokoll und Einweisung
  • Fördermittelbegleitung, siehe Förderberatung

Fragen, die Sie stellen sollten

  • Welche Leistungszahl erreicht das Gerät bei A−7 und meiner realen Vorlauftemperatur?
  • Wie viele Anlagen dieses Typs hat der Betrieb im Umkreis bereits gebaut?
  • Wer übernimmt die Einregulierung im ersten Winter?
  • Wie lange dauert die Ersatzteilversorgung nach Produktionsende?
  • Ist der Schallnachweis Teil des Angebots?

Wir arbeiten geräteoffen und wählen nach Gebäude aus, nicht nach Herstellerbindung — zur Beratung.

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