Seit das Gebäudeenergiegesetz 65 % erneuerbare Energie bei neuen Heizungen verlangt, ist die Auswahl kleiner geworden. Die Wärmepumpe ist der Standardweg, aber nicht der einzige. Fünf Alternativen erfüllen die Anforderungen — jede mit klarem Profil.
Die Optionen im Überblick
| System | Investition EFH | Betriebskosten/Jahr* | GEG-konform |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpe | 25.000–40.000 € | 1.400–1.900 € | ja |
| Pelletheizung | 25.000–38.000 € | 1.500–2.100 € | ja |
| Fernwärme | 8.000–18.000 € | 1.800–2.600 € | ja, je nach Netz |
| Hybrid Gas + Wärmepumpe | 28.000–40.000 € | 1.700–2.300 € | anteilig |
| Holzvergaser/Scheitholz | 15.000–25.000 € | 900–1.600 € | ja |
| Infrarot/Direktstrom | 4.000–10.000 € | 3.500–5.500 € | nur mit PV-Nachweis |
*20.000 kWh Wärmebedarf, Richtwerte 2026.
Fernwärme — die einfachste Lösung, wo es sie gibt
Kein Gerät im Haus, keine Wartung, kein Schornstein: Fernwärme ist technisch die bequemste Option. Der Haken liegt in der Preisbindung an einen einzigen Anbieter und in der Verfügbarkeit — in München deckt das Netz nur bestimmte Viertel ab. Die Details, inklusive Anschlusskosten, stehen unter Fernwärme oder Wärmepumpe.
Pellets — für unsanierte Gebäude mit Platz
Eine Pelletheizung liefert problemlos 70 °C Vorlauf und ist damit unabhängig vom Dämmzustand. Dafür braucht sie ein Lager von 6 bis 10 m³, jährliche Wartung, Schornsteinfeger und regelmäßige Ascheentsorgung. Der Vergleich im Detail: Pelletheizung oder Wärmepumpe.
Hybrid — der Kompromiss
Wärmepumpe plus vorhandener Gaskessel senkt die nötige Wärmepumpenleistung und überbrückt kritische Kältetage. Sinnvoll bei jungen Kesseln und hohen Vorlauftemperaturen, teuer im Unterhalt, weil zwei Systeme gepflegt werden — siehe Hybridheizung.
Solarthermie — Ergänzung, kein Ersatz
Solarkollektoren decken Warmwasser im Sommer und einen Teil der Heizung in der Übergangszeit. Als alleinige Heizung reichen sie nirgends, als Ergänzung sind sie solide — mit Einschränkungen, wenn parallel eine Wärmepumpe läuft. Dazu Solarthermie und Wärmepumpe.
Infrarot und Direktstrom — meist die teuerste Variante
Die Anschaffung ist konkurrenzlos günstig, der Betrieb konkurrenzlos teuer: Jede Kilowattstunde Wärme kostet eine Kilowattstunde Strom. Nur in sehr gut gedämmten Gebäuden mit minimalem Bedarf oder in selten genutzten Räumen sinnvoll. Rechnung und Sicherheitsfragen unter Infrarotheizung.
Was gerne als Alternative genannt wird — und keine ist
- Neue Gasheizung allein: erfüllt die 65-%-Vorgabe nicht und ist ab 2045 nicht mehr betreibbar, siehe GEG.
- Wasserstoff-ready-Kessel: setzt ein verbindliches Wasserstoff-Netzausbauziel des Betreibers voraus; für die meisten Regionen gibt es das nicht.
- Brennstoffzellenheizung: technisch spannend, läuft aber mit Erdgas und ist nur in Ausnahmefällen förderfähig.
- Klimaanlage als Heizung: möglich für Einzelräume, ohne Warmwasser und ohne Förderung — siehe Klimaanlage als Wärmepumpe.
Die Entscheidungshilfe
- Fernwärme verfügbar? Dann Preisblatt anfordern und gegen die Wärmepumpe rechnen.
- Vorlauf über 70 °C nötig und Platz vorhanden? Pellets prüfen.
- Kessel jung, Sanierung geplant? Hybrid überlegen.
- Alles andere: Wärmepumpe, weil Förderung und Betriebskosten in der Summe führen — die Gegenrechnung steht unter Lohnt sich eine Wärmepumpe?.
Wir vergleichen die für Ihr Gebäude realistischen Systeme, nicht alle — zur Beratung.


