Jede reversible Split-Klimaanlage ist technisch eine Luft-Luft-Wärmepumpe. Sie kann Wärme nicht nur nach draußen, sondern auch nach drinnen transportieren. Zum Heizen einzelner Räume ist das effizient und günstig — als Ersatz für eine Zentralheizung taugt es nur in Ausnahmefällen.
Was das Heizen mit dem Klimagerät kostet
Moderne Inverter-Splitgeräte erreichen im Heizbetrieb Leistungszahlen von 3,5 bis 4,5. Für einen 25-m²-Raum mit 1.500 kWh Jahresbedarf ergibt das etwa 350 bis 430 kWh Strom, also rund 100 bis 120 € im Jahr. Zum Vergleich: Ein Heizlüfter oder eine Infrarotheizung bräuchte für dieselbe Wärme die vollen 1.500 kWh — gut 420 €.
| System | Strom für 1.500 kWh Wärme | Kosten (28 ct/kWh) |
|---|---|---|
| Split-Klimagerät (Wärmepumpe) | ca. 375 kWh | ca. 105 € |
| Infrarot-/Elektroheizung | 1.500 kWh | 420 € |
| Gasheizung (Bestand) | 1.800 kWh Gas | ca. 200 € |
Wo es gut funktioniert
- Einzelräume, die selten oder nur zeitweise geheizt werden: Büro, Hobbyraum, Gästezimmer
- Anbauten und Wintergärten ohne Anschluss an die Zentralheizung
- Wohnungen mit Nachtspeicheröfen, wo ein Systemwechsel groß wäre
- Übergangszeit im Herbst und Frühjahr, um die Zentralheizung später zu starten
- Ferienimmobilien, die schnell aufheizen sollen
Wo es an Grenzen stößt
- Warmwasser: ist damit nicht möglich — dafür braucht es eine Brauchwasser-Wärmepumpe oder die bestehende Heizung.
- Wärmeverteilung: Jeder Raum braucht ein eigenes Innengerät. Türen zu, Raum kalt.
- Behaglichkeit: Warme Luft von oben, kühler Boden, spürbare Luftbewegung. Wer Flächenheizung gewohnt ist, empfindet das als unangenehm.
- Leistung bei Frost: Unter −7 °C fällt die Heizleistung deutlich ab, viele Geräte sind nicht für Dauerbetrieb im Winter ausgelegt.
- Förderung: Reine Luft-Luft-Systeme sind in der Heizungsförderung in der Regel nicht förderfähig.
Was ein solches Gerät kostet
Ein Single-Split-Gerät mit Montage liegt bei 2.000 bis 3.500 €, ein Multi-Split mit drei Innengeräten bei 6.000 bis 10.000 €. Die Montage darf nur ein Kältefachbetrieb ausführen, weil an einem gefüllten Kältekreis gearbeitet wird. Vorsicht bei Billigangeboten mit vorgefüllten Schnellkupplungen: Sie sind zwar zulässig, aber Undichtigkeiten fallen erst auf, wenn die Leistung nachlässt.
Rechtliches und Nachbarschaft
Für das Außengerät gelten dieselben Regeln wie für jede Wärmepumpe: Die Grenzwerte der TA Lärm sind einzuhalten, nachts oft 40 dB(A) am Nachbarfenster. Details stehen unter Schallschutz und Abstand und Genehmigung in Bayern. In Mietwohnungen und Eigentümergemeinschaften ist die Montage an der Fassade zustimmungspflichtig — dazu Wärmepumpe in der WEG.
Die ehrliche Einordnung
Ein Split-Klimagerät ist eine gute Zusatzheizung und eine schlechte Hauptheizung. Wer ein Einfamilienhaus vollständig damit beheizen will, braucht fünf bis sieben Innengeräte, hat kein Warmwasser und keine Förderung — und zahlt am Ende mehr als für eine geförderte Luft-Wasser-Wärmepumpe. Die technischen Unterschiede erklärt der Beitrag Luft-Luft-Wärmepumpe.
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