Nicht jede Wohnsituation erlaubt eine Anlage im Keller mit Außengerät im Garten. Für Wohnungen, Anbauten und kleine Einheiten gibt es Wärmepumpen im Leistungsbereich von 2 bis 6 kW — technisch ausgereift, in der Umsetzung aber vor allem eine rechtliche und bauliche Frage.
Die Bauarten für kleine Einheiten
| Bauart | Leistung | Heizt | Warmwasser |
|---|---|---|---|
| Split-Klimagerät (Luft-Luft) | 2–5 kW | einzelne Räume | nein |
| Kompakte Luft-Wasser-WP | 3–6 kW | Heizkreis der Wohnung | mit Speicher |
| Brauchwasser-Wärmepumpe | 1,5–2 kW | nein | ja |
| Kompaktgerät mit Lüftung | 2–4 kW | Neubau-Wohnung | ja |
Für eine 70-m²-Wohnung im gedämmten Gebäude liegt die Heizlast bei 3 bis 5 kW, im unsanierten Altbau bei 6 bis 9 kW. Die Auslegung folgt derselben Logik wie im Haus, siehe Welche kW-Leistung.
Der eigentliche Engpass: der Aufstellort
In der Eigentumswohnung gehört die Fassade zum Gemeinschaftseigentum. Ein Außengerät an der Wand, auf dem Balkon oder im Hof ist deshalb beschlusspflichtig — auch wenn es technisch trivial wäre. Was zu klären ist:
- Beschluss der Eigentümerversammlung, siehe Wärmepumpe in der WEG
- Schallnachweis zu den Nachbarfenstern, oft im Innenhof kritisch
- Statik und Befestigung bei Wand- oder Balkonmontage
- Kondensatableitung, die nicht auf fremdes Eigentum tropft
- bei Mietwohnungen: Zustimmung des Vermieters, siehe Rechte in der Mietwohnung
Wenn eine Gasetagenheizung ersetzt werden soll
Das ist der häufigste Anlass. Drei Wege gibt es:
- Zentralisierung: Das Haus bekommt eine gemeinsame Anlage — technisch und wirtschaftlich fast immer die beste Lösung, siehe Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus.
- Dezentral je Wohnung: jede Einheit eine kleine Wärmepumpe. Höhere Kosten je Wohnung, viele Außengeräte, aber Entscheidungsfreiheit.
- Zwischenlösung: Warmwasser über eine Brauchwasser-Wärmepumpe, Heizung vorerst über die vorhandene Therme.
Die Alternativen bei Etagenheizungen sind im Detail unter Gasetagenheizung ersetzen beschrieben.
Was Mini-Geräte nicht können
- Der Balkonkraftwerk-Vergleich trägt nicht: Es gibt keine steckerfertige Wärmepumpe, die man einfach anschließt. Jede wassergeführte Anlage braucht hydraulischen Anschluss und Inbetriebnahme durch den Fachbetrieb.
- 12-Volt- und Camping-Geräte sind für Fahrzeuge und Kleinsträume gedacht, nicht für Wohnungen.
- Sehr kleine Leistungen takten leicht: Unterschreitet der Bedarf die Mindestleistung des Verdichters, schaltet das Gerät ständig — dann hilft nur mehr Anlagenvolumen, siehe Pufferspeicher.
Kosten
- Split-Klimagerät für einen Raum, montiert: 2.000 bis 3.500 €
- kompakte Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Speicher, montiert: 16.000 bis 24.000 €
- Brauchwasser-Wärmepumpe: 3.200 bis 5.000 €
- Elektro-Anpassung in der Wohnung: 500 bis 2.000 €
Für wassergeführte Anlagen gilt die reguläre Förderung, auch je Wohneinheit — Luft-Luft-Systeme bleiben in der Regel außen vor, siehe Luft-Luft-Wärmepumpe.
Der pragmatische Weg
Prüfen Sie zuerst, ob eine gemeinsame Lösung für das Haus möglich ist — sie ist pro Wohnung günstiger, effizienter und leiser. Erst wenn die Gemeinschaft nicht mitzieht oder gar keine Strangverteilung existiert, wird die Einzellösung sinnvoll. In beiden Fällen gehört der Schallnachweis an den Anfang.
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