Der Austausch eines alten Warmwasserspeichers gegen eine Brauchwasser-Wärmepumpe ist einer der wenigen Eingriffe, die sich an einem Tag erledigen lassen und sofort Geld sparen. Voraussetzung ist ein geeigneter Aufstellraum — alles andere ist Standardhandwerk.
Wann sich das Nachrüsten lohnt
- Der Warmwasserspeicher wird elektrisch beheizt — hier ist die Ersparnis am größten.
- Eine alte Gas- oder Ölheizung läuft im Sommer ausschließlich für Warmwasser und arbeitet dabei mit miserablem Wirkungsgrad.
- Der vorhandene Speicher ist über 20 Jahre alt und steht ohnehin zum Tausch an.
- Eine PV-Anlage liefert Überschussstrom, der bisher für 7 bis 8 ct eingespeist wird.
Wer den alten Kessel im Sommer abschaltet, spart zusätzlich dessen Bereitschaftsverluste — bei einem Öl- oder Gaskessel oft 300 bis 600 kWh pro Sommer. Der Beitrag Heizung im Sommer ausschalten geht darauf ein.
Der Ablauf
- Schritt 1: Aufstellraum prüfen — Volumen, Temperatur, Deckenhöhe. Die Geräte sind mit Modul 1,60 bis 2,10 m hoch; im niedrigen Keller wird es eng.
- Schritt 2: Kondensatablauf klären. Ein Bodenablauf reicht, sonst braucht es eine Kondensatpumpe.
- Schritt 3: Elektroanschluss prüfen. Die meisten Geräte laufen mit 230 V und rund 500 Watt Aufnahme — eine eigene abgesicherte Leitung ist Pflicht.
- Schritt 4: Alten Speicher entleeren, ausbauen, neues Gerät setzen und an Kalt- und Warmwasser sowie Zirkulation anschließen.
- Schritt 5: Temperaturen einstellen: 50 bis 52 °C Grundtemperatur, wöchentliches Programm gegen Legionellen.
Die Arbeitszeit liegt bei fünf bis acht Stunden. Der Gesamtpreis inklusive Gerät, Demontage und Entsorgung beträgt üblicherweise 3.200 bis 5.000 €.
Modelle mit Wärmetauscher — für Öl, Gas oder Solar
Es gibt Varianten mit einem oder zwei zusätzlichen Wärmetauschern im Speicher. Damit lässt sich die bestehende Heizung als zweite Wärmequelle einbinden:
| Variante | Nutzen |
|---|---|
| ohne Wärmetauscher | rein elektrisch über Wärmepumpe und Notheizstab; günstigste Lösung |
| ein Wärmetauscher | Nachheizung über Öl-/Gaskessel bei Spitzenlast oder Frost |
| zwei Wärmetauscher | zusätzlich Einbindung einer Solarthermieanlage |
Wer die Kesselanbindung behält, kann den Winter über auf die Heizung umschalten, wenn der Keller unter 8 °C fällt — und im Sommer den Kessel komplett stilllegen.
Was oft übersehen wird
- Zirkulation: Eine dauerhaft laufende Zirkulationspumpe frisst mehr Energie, als die Wärmepumpe spart. Zeitschaltung einrichten, siehe Zirkulation.
- Kalte Kellerluft: Sinkt die Raumluft unter 8 °C, springt der Heizstab an. Der Verbrauch verdoppelt sich, ohne dass es jemand merkt — Zählerstand im Winter prüfen.
- Schallübertragung: Das Gerät auf Schwingungsdämpfer stellen, wenn darüber Wohnraum liegt.
- Förderung: Als alleinige Maßnahme ist die Brauchwasser-Wärmepumpe in der Regel nicht über die Heizungsförderung förderfähig — sie ersetzt keine Heizung. Im Paket mit einem Heizungstausch sieht das anders aus, das klärt die Förderberatung.
Und wenn ohnehin die Heizung ansteht?
Dann sollte man nicht zweimal investieren. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe übernimmt Heizung und Warmwasser in einem System und ist voll förderfähig. Die Brauchwasser-Wärmepumpe ist die richtige Wahl, wenn die Heizung noch fünf bis zehn Jahre läuft und man die Zwischenzeit sinnvoll überbrücken will. Grundlagen und Speichergrößen stehen unter Kosten und Größe.
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