Solarstrom lässt sich auf drei Wegen in Wärme verwandeln: über eine Wärmepumpe, über einen Heizstab oder gar nicht — bei einer Gasheizung nämlich, die nur ihre Hilfsantriebe elektrisch betreibt. Der Unterschied im Ergebnis ist erheblich.
Was eine Kilowattstunde Solarstrom liefert
| Weg | Wärme aus 1 kWh Solarstrom | Wert gegenüber Einspeisung |
|---|---|---|
| Wärmepumpe (JAZ 3,5) | 3,5 kWh | sehr hoch |
| Heizstab / Elektro | 1,0 kWh | mittel |
| Gasheizung (nur Pumpen/Regelung) | — | gering |
Die Wärmepumpe macht aus derselben Kilowattstunde die dreieinhalbfache Wärmemenge. Deshalb ist die Kombination aus PV und Wärmepumpe wirtschaftlich in einer eigenen Liga — Details unter Wärmepumpe und Photovoltaik.
Gasheizung mit Photovoltaik
Ein häufiger Suchbegriff, aber technisch wenig ergiebig: Eine Gastherme verbraucht elektrisch nur 100 bis 300 kWh im Jahr für Pumpe, Gebläse und Regelung. Solarstrom senkt also den Haushaltsstrombezug, nicht die Heizkosten. Wer mehr will, hat zwei Optionen:
- Heizstab im Pufferspeicher: nutzt Überschuss für Warmwasser. Einfach, günstig (300 bis 900 €), aber ineffizient — jede Kilowattstunde bleibt eine Kilowattstunde.
- Hybridlösung: Wärmepumpe ergänzt die Gastherme und nutzt den Solarstrom mit Faktor 3 bis 4, siehe Hybridheizung.
Heizstab mit PV-Überschuss
Der PV-Heizstab ist die einfachste Kopplung: Ein Leistungssteller regelt ihn stufenlos nach dem verfügbaren Überschuss. Sinnvoll ist er, wenn
- ohnehin ein Pufferspeicher vorhanden ist,
- der Überschuss sonst für 7 bis 8 ct eingespeist würde,
- und keine Wärmepumpe vorhanden ist, die es besser könnte.
Wo eine Wärmepumpe steht, hat sie immer Vorrang — der Heizstab kommt erst, wenn sie schon läuft und noch Überschuss übrig ist. Die Regelungslogik steht unter Heizstab und SG Ready.
Wie viel Dachfläche für die Heizung?
Eine Wärmepumpe im sanierten Einfamilienhaus braucht 4.000 bis 6.000 kWh Strom im Jahr. Eine 9-kWp-Anlage erzeugt in München 8.000 bis 9.500 kWh — rechnerisch also mehr als genug. Praktisch deckt sie ohne Speicher nur 25 bis 35 % des Wärmepumpenbedarfs, weil Ertrag und Bedarf zeitlich auseinanderliegen. Mit Speicher sind 40 bis 55 % erreichbar, mehr nicht: Im Dezember liefert das Dach an manchen Tagen unter 5 % der Sommerleistung.
Die sinnvolle Reihenfolge
- 1. Wärmeerzeuger klären — mit Wärmepumpe ist jede PV-Kilowattstunde dreimal so viel wert.
- 2. PV-Anlage so groß wie das Dach hergibt; die Mehrkosten je Kilowattpeak sinken mit der Größe.
- 3. Steuerung einrichten, damit Überschuss in Warmwasser und Puffer geht.
- 4. Speicher erst danach bewerten — er rechnet sich langsamer als die Module.
- 5. Wallbox und Wärmepumpe über ein Lastmanagement koordinieren, siehe Stromanschluss.
Und Solarthermie?
Sie liefert Wärme direkt statt über den Umweg Strom — je Quadratmeter aber weniger nutzbare Energie als PV plus Wärmepumpe, und der Überschuss im Sommer verpufft. Die Abwägung steht unter Solarthermie und Wärmepumpe. Für kleine Dächer mit hohem Warmwasserbedarf kann sie trotzdem passen.
Wir planen Wärmeerzeugung und PV als ein System — mehr zu Photovoltaik und Speicher.



