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Ratgeber

Wärmepumpe zur alten Heizung dazubauen.

Wärmepumpe parallel zur bestehenden Öl- oder Gasheizung nachrüsten: Einbindung, Regelung, Bivalenzpunkt und wann sich der schrittweise Umstieg lohnt.

Münchener Wärmepumpen2 Min. Lesezeit
Wärmepumpe zur alten Heizung dazubauen

Nicht jeder Umstieg muss auf einen Schlag passieren. Eine Wärmepumpe lässt sich zur vorhandenen Öl- oder Gasheizung dazustellen — sie übernimmt die Grundlast, der Kessel bleibt für die kältesten Tage. Das senkt die Investition und den Brennstoffverbrauch sofort um 70 bis 85 %.

Wie die Einbindung aussieht

Beide Erzeuger speisen in denselben Heizkreis, meist über einen Pufferspeicher oder eine getrennte Einbindung im Rücklauf. Eine übergeordnete Regelung entscheidet, wer arbeitet:

  • Wärmepumpe hat Vorrang, solange sie die geforderte Vorlauftemperatur mit vertretbarer Arbeitszahl liefert.
  • Der Kessel springt an, wenn die Außentemperatur unter den Bivalenzpunkt fällt oder die Leistung nicht reicht.
  • Warmwasser übernimmt je nach Konzept die Wärmepumpe allein oder der Kessel bei Spitzen.

Die Betriebsarten und ihre Auswirkungen erklärt Hybridheizung im Detail.

Der Bivalenzpunkt bestimmt alles

BivalenzpunktAnteil WärmepumpeNötige WP-Leistung
0 °Cca. 70 %ca. 45 % der Heizlast
−3 °Cca. 85 %ca. 60 % der Heizlast
−7 °Cca. 93 %ca. 75 % der Heizlast
−12 °C (monovalent)100 %100 %

Interessant ist die zweite Spalte: Schon eine Wärmepumpe, die nur 60 % der Heizlast abdeckt, übernimmt 85 % der Jahresarbeit — weil die kalten Tage selten sind. Das ist der Grund, warum sich der schrittweise Umstieg rechnet.

Wann sich das lohnt

  • Der vorhandene Kessel ist jünger als zehn Jahre und läuft zuverlässig.
  • Das Gebäude braucht an Frosttagen sehr hohe Vorlauftemperaturen, siehe Hochtemperatur-Wärmepumpe.
  • Der Stromanschluss gibt keine große Maschine her, siehe Stromanschluss.
  • Es soll in Etappen saniert werden, Dach und Fenster kommen später.
  • Der Aufstellort erlaubt nur ein kleineres, leiseres Gerät.

Wann nicht

  • Der Kessel ist über 20 Jahre alt — dann zahlt man zweimal.
  • Der Absenktest zeigt, dass 50 bis 55 °C genügen: Dann trägt die Wärmepumpe allein, und Gasanschluss samt Schornsteinfeger können entfallen.
  • Es geht nur um die Investitionshöhe — hier ist der geförderte Vollumstieg meist günstiger.

Kosten und Förderung

Für ein Einfamilienhaus mit vorhandenem Kessel: 14.000 bis 22.000 € für die Wärmepumpe, 3.000 bis 6.000 € für Einbindung und Regelung, 1.000 bis 3.000 € Elektro. Gefördert wird der Wärmepumpenanteil, sofern sie die Heizlast überwiegend deckt — die Voraussetzungen sind vor Antragstellung zu klären, siehe KfW-Zuschuss beantragen. Beim Klima-Geschwindigkeitsbonus kommt es darauf an, ob die alte Anlage tatsächlich ersetzt wird.

Die laufenden Kosten nicht vergessen

Zwei Systeme bedeuten zwei Wartungen, Schornsteinfeger, Gas- oder Ölgrundpreis und mehr Technikfläche. Rechnen Sie 300 bis 500 € im Jahr an Fixkosten, die beim Vollumstieg entfallen würden. Über 15 Jahre sind das 4.500 bis 7.500 € — genug, um die Differenz zur monovalenten Lösung zu relativieren.

Der Zwischenweg für Warmwasser

Wer noch kleiner anfangen will, ersetzt zunächst nur die Warmwasserbereitung durch eine Brauchwasser-Wärmepumpe. Der Kessel bleibt im Sommer aus, was allein 300 bis 600 kWh Bereitschaftsverluste spart — bei einer Investition von 3.200 bis 5.000 €.

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