Die Idee klingt schlüssig: Sonnenstrom tagsüber speichern, nachts die Wärmepumpe damit betreiben. In der Praxis stößt sie an eine simple Grenze — im Winter, wenn die Wärmepumpe die meiste Energie zieht, liefert die Photovoltaikanlage am wenigsten.
Die Jahresverteilung entscheidet
Eine Photovoltaikanlage erzeugt in unseren Breiten etwa 70 Prozent ihres Jahresertrags zwischen April und September. Der Wärmebedarf liegt spiegelbildlich zwischen Oktober und März. Ein Speicher überbrückt Stunden, nicht Monate. Er verschiebt Sommerstrom in die Sommernacht — nicht in den Januar.
| Zeitraum | PV-Ertrag | Wärmepumpenbedarf | Speichernutzen |
|---|---|---|---|
| Dezember bis Februar | sehr gering | sehr hoch | nahezu keiner |
| März, Oktober, November | mittel | mittel | spürbar |
| April bis September | hoch | nur Warmwasser | hoch, aber wenig Bedarf |
Was der Speicher tatsächlich leistet
Sein Hauptnutzen liegt beim Haushaltsstrom, nicht bei der Heizung: Kühlschrank, Beleuchtung, Elektronik am Abend. Für die Wärmepumpe bleibt der Beitrag auf Warmwasserladungen und die Übergangszeit beschränkt. Realistisch steigt der Eigenverbrauchsanteil des Gesamthaushalts von rund 25 bis 30 Prozent ohne Speicher auf 55 bis 70 Prozent mit Speicher — der Anteil, der davon in die Wärmepumpe fließt, ist der kleinere Teil.
Grobe Wirtschaftlichkeit
- Installierte Kosten liegen je nach Größe und Hersteller bei etwa 700 bis 1.100 Euro je Kilowattstunde nutzbarer Kapazität.
- Jeder gespeicherte Kilowattstunde spart die Differenz zwischen Strompreis und Einspeisevergütung.
- Nutzbare Zyklen und kalendarische Alterung begrenzen die Menge; Herstellergarantien laufen typischerweise über zehn Jahre oder eine definierte Durchsatzmenge.
Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen nach, nicht mit Musterrechnungen des Anbieters — und beachten Sie, dass ein Teil der Ersparnis rechnerisch schon durch die direkte Eigennutzung ohne Speicher entsteht.
Die günstigere Alternative: Wärme speichern
Wasser ist als Speichermedium um ein Vielfaches billiger als eine Batterie. Ein größerer Warmwasser- oder Pufferspeicher nimmt Mittagsstrom auf und gibt die Wärme abends ab — ohne Umwandlungsverluste über die Batterie. Ein 300-Liter-Speicher, um 15 K überhöht geladen, entspricht etwa 5 kWh Wärme, und die Wärmepumpe erzeugt sie mit einem Vielfachen des eingesetzten Stroms. Details unter Pufferspeicher und Speicher für die Wärmepumpe.
Voraussetzung ist eine Ansteuerung, die den Überschuss erkennt — siehe SG Ready. Auch die Estrichmasse einer Fußbodenheizung lässt sich in der Übergangszeit als Wärmespeicher nutzen.
Wann ein Speicher trotzdem sinnvoll ist
- hoher Haushaltsstromverbrauch am Abend, etwa mit Smart-Home-Technik und Elektroauto
- Wunsch nach Notstromfähigkeit — dann aber ausdrücklich mit Ersatzstromfunktion bestellen, siehe Wärmepumpe bei Stromausfall
- Betrieb mit dynamischem Stromtarif, weil dann zusätzlich Preisdifferenzen genutzt werden
- ohnehin geplante Erweiterung der Photovoltaikanlage, bei der die Installation nur einmal anfällt
Zur passenden Anlagengröße siehe Wie groß muss die PV-Anlage sein. Reihenfolge in der Praxis: erst Wärmepumpe sauber einregeln, dann Photovoltaik, dann — wenn überhaupt — die Batterie.
Wir planen Wärmepumpe, Photovoltaik und Speicher als ein System — Photovoltaik & Speicher oder Anfrage stellen.



