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Ratgeber

Wie groß muss die PV-Anlage für die Wärmepumpe sein?

Faustzahlen für Kilowatt-Peak, Ertrag und Deckungsgrad im Münchner Raum — und warum eine Ost-West-Anlage für den Wärmepumpenbetrieb oft besser passt als reine Südausrichtung.

Münchener Wärmepumpen2 Min. Lesezeit
Wie groß muss die PV-Anlage für die Wärmepumpe sein?

Die Frage nach der Anlagengröße lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten, aber gut eingrenzen. Ausgangspunkt ist der Stromverbrauch der Wärmepumpe — und die Erkenntnis, dass sich nur ein Teil davon überhaupt mit eigenem Strom decken lässt.

Schritt 1: Stromverbrauch der Wärmepumpe

Heizwärmebedarf geteilt durch die erwartete Jahresarbeitszahl ergibt den Strombedarf. Beispiel: 18.000 kWh Wärme bei einer JAZ von 3,8 ergeben rund 4.700 kWh Strom im Jahr, dazu der Haushaltsstrom von typischerweise 3.000 bis 4.500 kWh.

Schritt 2: Ertrag je Kilowatt-Peak

Im Münchner Raum liefert ein Kilowatt-Peak bei guter Südausrichtung und rund 30 Grad Neigung etwa 1.000 bis 1.100 kWh im Jahr. Ost-West-Anlagen liegen etwa 10 bis 15 Prozent darunter, verteilen den Ertrag aber gleichmäßiger über den Tag.

AnlagengrößeJahresertragPasst zu
5 kWprund 5.000 kWhkleines Haus, moderater Wärmebedarf
8 bis 10 kWp8.000 bis 10.500 kWhEinfamilienhaus mit Wärmepumpe, Regelfall
12 bis 15 kWp12.000 bis 16.000 kWhzusätzlich Elektroauto oder zwei Wohneinheiten

Als Faustregel für ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe hat sich die Belegung der gesamten geeigneten Dachfläche bewährt — meist 8 bis 12 kWp. Der Grenzertrag jedes zusätzlichen Moduls ist gering, die Fixkosten für Gerüst, Wechselrichter und Anmeldung fallen ohnehin an.

Schritt 3: Der ehrliche Deckungsgrad

Entscheidend ist nicht der Jahresertrag, sondern die zeitliche Übereinstimmung. Ohne Speicher deckt die Photovoltaik typischerweise 20 bis 30 Prozent des Wärmepumpenstroms, mit Speicher und Überschusssteuerung 30 bis 45 Prozent. Im Dezember und Januar liegt der Beitrag nahe null — dazu Stromspeicher für die Wärmepumpe.

Wer diese Zahlen kennt, bewertet Angebote nüchterner: Eine Amortisationsrechnung, die 70 Prozent Autarkie mit Wärmepumpe verspricht, rechnet mit Annahmen, die im Winter nicht halten.

Ausrichtung und Neigung

  • Ost-West liefert morgens und abends, verlängert die nutzbare Tagesspanne und passt gut zur Warmwasserbereitung.
  • Süd mit steilerer Neigung (45 bis 60 Grad) verschiebt Ertrag in Frühjahr und Herbst — für den Heizbetrieb wertvoller als der Sommerspitzenertrag.
  • Verschattung durch Kamin, Gaube oder Bäume kostet überproportional; Leistungsoptimierer oder Modulwechselrichter gleichen das teilweise aus. Wird ein Schornstein zurückgebaut, entfällt eine Verschattungsquelle gleich mit.

Anmeldung, Zähler, Steuerung

Die Anlage wird beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister angemeldet, der Zähler wird auf Zweirichtungsbetrieb getauscht. Für die Kopplung mit der Wärmepumpe braucht es eine Überschusssteuerung über SG Ready oder einen Energiemanager, sonst bleibt der Eigenverbrauch zufällig. Rahmenbedingungen zum Anschluss stehen unter Stromanschluss und Zähler und § 14a EnWG.

Reihenfolge in der Planung

Erst die Wärmepumpe richtig auslegen und einregeln, dann die Photovoltaik dimensionieren — nicht umgekehrt. Eine Anlage, die auf eine überdimensionierte Wärmepumpe hin geplant wurde, ist dauerhaft zu groß. Grundlagen dazu unter Heizleistung berechnen und Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren. Auch ein Balkonkraftwerk ändert an dieser Rangfolge nichts.

Wir planen Dachbelegung und Wärmepumpe gemeinsam — Photovoltaik & Speicher oder Anfrage stellen.

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