Die Frage nach der Anlagengröße lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten, aber gut eingrenzen. Ausgangspunkt ist der Stromverbrauch der Wärmepumpe — und die Erkenntnis, dass sich nur ein Teil davon überhaupt mit eigenem Strom decken lässt.
Schritt 1: Stromverbrauch der Wärmepumpe
Heizwärmebedarf geteilt durch die erwartete Jahresarbeitszahl ergibt den Strombedarf. Beispiel: 18.000 kWh Wärme bei einer JAZ von 3,8 ergeben rund 4.700 kWh Strom im Jahr, dazu der Haushaltsstrom von typischerweise 3.000 bis 4.500 kWh.
Schritt 2: Ertrag je Kilowatt-Peak
Im Münchner Raum liefert ein Kilowatt-Peak bei guter Südausrichtung und rund 30 Grad Neigung etwa 1.000 bis 1.100 kWh im Jahr. Ost-West-Anlagen liegen etwa 10 bis 15 Prozent darunter, verteilen den Ertrag aber gleichmäßiger über den Tag.
| Anlagengröße | Jahresertrag | Passt zu |
|---|---|---|
| 5 kWp | rund 5.000 kWh | kleines Haus, moderater Wärmebedarf |
| 8 bis 10 kWp | 8.000 bis 10.500 kWh | Einfamilienhaus mit Wärmepumpe, Regelfall |
| 12 bis 15 kWp | 12.000 bis 16.000 kWh | zusätzlich Elektroauto oder zwei Wohneinheiten |
Als Faustregel für ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe hat sich die Belegung der gesamten geeigneten Dachfläche bewährt — meist 8 bis 12 kWp. Der Grenzertrag jedes zusätzlichen Moduls ist gering, die Fixkosten für Gerüst, Wechselrichter und Anmeldung fallen ohnehin an.
Schritt 3: Der ehrliche Deckungsgrad
Entscheidend ist nicht der Jahresertrag, sondern die zeitliche Übereinstimmung. Ohne Speicher deckt die Photovoltaik typischerweise 20 bis 30 Prozent des Wärmepumpenstroms, mit Speicher und Überschusssteuerung 30 bis 45 Prozent. Im Dezember und Januar liegt der Beitrag nahe null — dazu Stromspeicher für die Wärmepumpe.
Wer diese Zahlen kennt, bewertet Angebote nüchterner: Eine Amortisationsrechnung, die 70 Prozent Autarkie mit Wärmepumpe verspricht, rechnet mit Annahmen, die im Winter nicht halten.
Ausrichtung und Neigung
- Ost-West liefert morgens und abends, verlängert die nutzbare Tagesspanne und passt gut zur Warmwasserbereitung.
- Süd mit steilerer Neigung (45 bis 60 Grad) verschiebt Ertrag in Frühjahr und Herbst — für den Heizbetrieb wertvoller als der Sommerspitzenertrag.
- Verschattung durch Kamin, Gaube oder Bäume kostet überproportional; Leistungsoptimierer oder Modulwechselrichter gleichen das teilweise aus. Wird ein Schornstein zurückgebaut, entfällt eine Verschattungsquelle gleich mit.
Anmeldung, Zähler, Steuerung
Die Anlage wird beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister angemeldet, der Zähler wird auf Zweirichtungsbetrieb getauscht. Für die Kopplung mit der Wärmepumpe braucht es eine Überschusssteuerung über SG Ready oder einen Energiemanager, sonst bleibt der Eigenverbrauch zufällig. Rahmenbedingungen zum Anschluss stehen unter Stromanschluss und Zähler und § 14a EnWG.
Reihenfolge in der Planung
Erst die Wärmepumpe richtig auslegen und einregeln, dann die Photovoltaik dimensionieren — nicht umgekehrt. Eine Anlage, die auf eine überdimensionierte Wärmepumpe hin geplant wurde, ist dauerhaft zu groß. Grundlagen dazu unter Heizleistung berechnen und Wärmepumpe mit Photovoltaik kombinieren. Auch ein Balkonkraftwerk ändert an dieser Rangfolge nichts.
Wir planen Dachbelegung und Wärmepumpe gemeinsam — Photovoltaik & Speicher oder Anfrage stellen.


