Eine vorhandene Wärmepumpe ist beim Hauskauf ein Pluspunkt — wenn sie richtig ausgelegt und eingestellt ist. Eine schlecht geplante Anlage kostet dagegen jedes Jahr mehrere hundert Euro zu viel und lässt sich nur mit Aufwand korrigieren.
Was Sie vor Ort ablesen können
- Typenschild: Hersteller, Modell, Leistung, Kältemittel, Baujahr.
- Betriebsstunden und Starts: stehen in der Regelung. Über 6.000 Starts im Jahr deuten auf Takten hin.
- Heizstabstunden: der wichtigste Einzelwert. Läuft der Zusatzheizer regelmäßig, stimmt die Auslegung nicht, siehe Heizstab.
- Eingestellte Heizkurve: Steilheit und Niveau notieren, siehe Heizkurve.
- Warmwassertemperatur und Legionellenprogramm.
- Wärmemengenzähler: Wenn vorhanden, lässt sich die reale Jahresarbeitszahl berechnen.
Die Unterlagen, die es geben sollte
| Unterlage | Warum wichtig |
|---|---|
| Heizlastberechnung | zeigt, ob die Anlage passend dimensioniert ist |
| Abgleichprotokoll | Fördervoraussetzung und Effizienzgrundlage |
| Inbetriebnahmeprotokoll | eingestellte Parameter, Kältemittelfüllung |
| Wartungsnachweise | Garantieerhalt und Zustand |
| Förderbescheid | mögliche Zweckbindungsfristen |
| Schallnachweis | Streitpotenzial mit Nachbarn |
Fehlen diese Unterlagen vollständig, ist das kein K.-o.-Kriterium, aber ein Hinweis: Dann wurde die Anlage vermutlich nicht eingeregelt.
Die Verbrauchsprüfung
Lassen Sie sich die Stromabrechnungen der letzten drei Jahre zeigen. Vergleichswerte für ein saniertes Einfamilienhaus mit 150 m²: 4.000 bis 4.700 kWh im Jahr inklusive Warmwasser. Liegt der Verbrauch deutlich darüber, hat das eine Ursache — meist eine der acht unter Verbraucht zu viel Strom genannten.
Der Blick nach draußen
- Steht das Gerät frei oder in einer Ecke? Reflexion erhöht den Schall, siehe Aufstellort.
- Gibt es ein Kiesbett oder einen Ablauf für Kondensat?
- Ist das Fundament vom Gebäude entkoppelt?
- Wie weit ist das nächste Nachbarfenster? Gab es bereits Beschwerden?
- Zustand der Lamellen: verbogen, verschmutzt, korrodiert?
Alter und Restnutzungsdauer
Eine Wärmepumpe hält 18 bis 22 Jahre. Ist die Anlage 12 Jahre alt, sollten Sie in der Kaufkalkulation rund ein Drittel eines Neupreises für den späteren Austausch einplanen — bei Erdwärme weniger, weil die Sonde bleibt, siehe Lebensdauer. Prüfen Sie außerdem das Kältemittel: Geräte mit auslaufenden Stoffen sind bei Reparaturen im Nachteil, siehe Kältemittel.
Was sich meist günstig korrigieren lässt
- zu hohe Heizkurve und Warmwassertemperatur — kostenlos
- fehlender Abgleich — 700 bis 1.400 €
- Zirkulationspumpe ohne Zeitsteuerung — unter 200 €
- Nachtabsenkung deaktivieren — kostenlos
Was teuer wird
- deutlich überdimensioniertes Gerät — nur durch Austausch behebbar
- hydraulische Weiche im Einfamilienhaus, siehe Hydraulische Weiche
- zu kleine Heizflächen in mehreren Räumen
- Aufstellort, der den Schallnachweis nicht hält
Für eine belastbare Einschätzung lohnt ein Fachbetrieb beim Besichtigungstermin — zwei Stunden Aufwand gegen eine Kaufentscheidung im sechsstelligen Bereich. Wir übernehmen solche Bewertungen auch als Zweitmeinung: Kontakt aufnehmen.


