Der Einbau einer Wärmepumpe dauert im Einfamilienhaus zwei bis vier Arbeitstage. Der eigentliche Aufwand liegt davor: Auslegung, Aufstellort, Elektroanschluss und Förderantrag. Wer diese Reihenfolge einhält, hat auf der Baustelle keine Überraschungen.
Der Ablauf im Überblick
- Woche 0 — Bestandsaufnahme: Heizflächen erfassen, Verbrauchsdaten sichten, Aufstellort und Schallsituation prüfen, Heizlast berechnen.
- Woche 1–2 — Planung: Gerät auswählen, Hydraulikschema festlegen, Elektrokonzept klären, Angebot mit vollständigem Leistungsumfang.
- Woche 2 — Förderung: Bestätigung zum Antrag erstellen, Vertrag mit aufschiebender Bedingung schließen, Antrag stellen — vor Vorhabenbeginn.
- Woche 2–3 — Anmeldung: Netzbetreiber-Anmeldung nach § 14a EnWG, Bearbeitung dauert zwei bis sechs Wochen.
- Tag 1 — Vorarbeiten: Fundament setzen, Kernbohrungen, Leitungsgraben, Elektrozuleitung.
- Tag 2 — Demontage: Altanlage außer Betrieb nehmen, entleeren, ausbauen, Öltank stilllegen.
- Tag 2–3 — Montage: Außengerät setzen, Innenteil und Speicher aufstellen, Hydraulik und Elektrik anschließen.
- Tag 3–4 — Inbetriebnahme: Befüllen, Spülen, Abgleich, Regelung parametrieren, Einweisung, Protokoll.
Zwischen Auftrag und Inbetriebnahme liegen realistisch sechs bis zwölf Wochen — meist wartet man auf Netzbetreiber und Fördermittelbescheid, nicht auf Handwerker.
Was die Montage kostet
| Position | Richtpreis |
|---|---|
| Gerät Luft-Wasser 8–12 kW | 12.000–19.000 € |
| Warmwasserspeicher 250–300 l | 1.400–2.600 € |
| Hydraulik, Armaturen, Pufferlösung | 2.000–4.500 € |
| Montagearbeit (25–40 Stunden) | 2.500–4.500 € |
| Fundament, Kernbohrungen, Erdarbeiten | 900–2.500 € |
| Elektroarbeiten, Steuerbox, Anmeldung | 1.000–3.000 € |
| Demontage und Entsorgung Altanlage | 600–1.800 € |
| Hydraulischer Abgleich mit Protokoll | 700–1.400 € |
| gesamt | 21.000–39.000 € |
Nach Förderung bleiben davon je nach Bonuslage 30 bis 55 % beim Bauherrn. Die Bandbreite entsteht fast nie beim Gerät, sondern bei den Nebenarbeiten.
Die Posten, die in Angeboten fehlen
- Elektro: Zuleitung, Absicherung, Steuerbox — 1.000 bis 3.000 €, in Billigangeboten oft „bauseits".
- Fundament und Kondensat: siehe Aufstellort; ein Kiesbett kostet wenig, fehlt es, wird es teuer.
- Hydraulischer Abgleich: Fördervoraussetzung und Effizienzgrundlage, keine Option.
- Heizflächen: Wenn zwei bis vier Räume nicht mitkommen, siehe Heizkörper tauschen.
- Öltankstilllegung: 800 bis 2.500 € je nach Tankart, siehe Öltank-Pflichten.
- Einregulierung im ersten Winter: ohne sie bleibt die Heizkurve auf Werkseinstellung.
Was Sie selbst vorbereiten können
- Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre zusammenstellen
- Zugang zu Technikraum und Aufstellort freiräumen
- Bebauungsplan und mögliche Auflagen prüfen, siehe Genehmigung in Bayern
- Nachbarn frühzeitig über den Standort informieren
- Ausweichlösung für Warmwasser während der Umbautage klären
Was am Ende im Protokoll stehen muss
Die Inbetriebnahme ist keine Formsache — sie ist der Nachweis, dass die Anlage so läuft, wie sie geplant wurde:
- eingestellte Heizkurve und Warmwassertemperaturen
- Abgleichprotokoll mit Ventilvoreinstellungen je Raum
- Anlagenvolumen und Pufferanbindung
- Betriebsart nach § 14a EnWG und gewähltes Netzentgelt-Modul
- Kältemittelart und Füllmenge
- Zählerstände zum Start
Diese Unterlagen brauchen Sie bei jedem Servicefall und beim Gerätewechsel in zwanzig Jahren. Mehr zum Ablauf unter Installation und Inbetriebnahme.
Wir machen die Bestandsaufnahme vor dem Angebot, nicht danach — Termin anfragen.



