Die Leistung einer Wärmepumpe wird in Kilowatt angegeben und muss zur Heizlast des Gebäudes passen — nicht zur Kesselleistung der alten Anlage. Die war fast immer zu groß. Als grober Startpunkt dient die Wohnfläche, verbindlich ist nur die Berechnung.
Richtwerte nach Baujahr und Fläche
| Gebäude | Heizlast je m² | 120 m² | 180 m² | 250 m² |
|---|---|---|---|---|
| Neubau ab 2016 (KfW-Standard) | 25–40 W | 4 kW | 6 kW | 8 kW |
| Bestand ab 1995, gedämmt | 50–70 W | 7 kW | 11 kW | 15 kW |
| Bestand 1978–1994, Fenster neu | 70–100 W | 10 kW | 15 kW | 21 kW |
| unsaniert vor 1978 | 110–160 W | 16 kW | 24 kW | 34 kW |
Die Spanne zwischen bestem und schlechtestem Fall beträgt Faktor fünf. Deshalb ist jede Angabe „X kW für Y Quadratmeter" ohne Baujahr und Dämmzustand wertlos. Die belastbare Größe liefert die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.
Der Schnelltest über den Verbrauch
Wer die Verbrauchsdaten der letzten Jahre hat, kommt ohne Rechnung erstaunlich nah heran:
- Gasverbrauch in kWh (oder Liter Öl × 10) durch 2.100 teilen — das Ergebnis ist die ungefähre Heizlast in kW.
- Beispiel: 24.000 kWh Gas ÷ 2.100 = rund 11,4 kW.
- Davon 15 bis 20 % abziehen, weil der alte Kessel Verluste hatte, die die Wärmepumpe nicht hat.
- Warmwasser mit 0,2 kW je Person zuschlagen.
Das Ergebnis ist eine Plausibilitätsprüfung für das Angebot des Fachbetriebs — kein Ersatz für die Auslegung. Mehr zur Methodik unter Heizleistung berechnen.
Warum zu groß teurer ist als zu klein
Eine überdimensionierte Wärmepumpe erreicht die Solltemperatur zu schnell, schaltet ab und startet kurz darauf erneut. Dieses Takten:
- senkt die Jahresarbeitszahl um bis zu 15 %
- verkürzt die Lebensdauer des Verdichters spürbar
- kostet 2.000 bis 5.000 € mehr in der Anschaffung
- erzeugt in der Übergangszeit unnötig Schall
Moderne Inverter-Geräte modulieren zwar zwischen etwa 30 und 100 % Leistung — eine 16-kW-Maschine geht aber nicht unter 5 kW herunter, und genau dort liegt der Bedarf an milden Tagen.
Und wenn sie zu klein ist?
Dann springt an den kältesten Tagen der Heizstab ein. Das ist weniger dramatisch, als es klingt: Wird die Anlage auf 95 % der Jahresarbeit ausgelegt, deckt der Heizstab nur wenige Stunden im Jahr ab und kostet 30 bis 80 € — deutlich weniger als die Effizienzverluste einer zu großen Maschine. Kritisch wird es erst, wenn der Heizstab regelmäßig mitläuft; dann stimmt die Auslegung nicht.
Was die Leistung sonst noch beeinflusst
- Warmwasser: Bei vier Personen rund 0,8 bis 1 kW zusätzlich, bei Komfortansprüchen mehr.
- Sperrzeiten: Wird die Anlage nach § 14a EnWG gesteuert, ist ein Zuschlag oder mehr Speichervolumen einzuplanen.
- Vorlauftemperatur: Sie ändert nicht die Heizlast, aber die verfügbare Leistung des Geräts — Datenblätter immer beim tatsächlichen Betriebspunkt lesen.
- Normaußentemperatur: Für München gilt −12 °C nach DIN; wer mit −16 °C rechnet, kauft grundlos größer.
Die richtige Reihenfolge
- Schritt 1: Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre zusammenstellen.
- Schritt 2: Heizlast raumweise berechnen lassen.
- Schritt 3: Absenktest fahren und die reale Vorlauftemperatur ermitteln.
- Schritt 4: Gerät nach Leistung bei dieser Vorlauftemperatur und −12 °C auswählen, nicht nach Typenschild.
Wir legen nach Rechnung aus, nicht nach Quadratmetern — Anfrage stellen.



