Eine Inverter-Wärmepumpe kann die Drehzahl ihres Verdichters stufenlos anpassen und damit ihre Leistung dem tatsächlichen Bedarf folgen lassen. Das ist der wichtigste technische Fortschritt der letzten Gerätegenerationen — und der Grund, warum moderne Anlagen deutlich seltener takten.
Fest oder moduliert
| Ein/Aus-Regelung | Inverter | |
|---|---|---|
| Leistung | 0 oder 100 % | stufenlos, z. B. 25–100 % |
| Verhalten in der Übergangszeit | ständiges Takten | Dauerlauf mit geringer Leistung |
| Anlagenvolumen nötig | viel (großer Puffer) | wenig bis keins |
| Effizienz im Teillastbetrieb | schlecht | oft besser als bei Volllast |
| Schall | voller Pegel oder still | im Teillastbetrieb deutlich leiser |
Fast alle aktuellen Geräte für Wohngebäude sind Inverter-Maschinen. Ein/Aus-Regelung findet sich noch bei sehr einfachen Modellen und in älteren Anlagen.
Warum Teillast effizienter sein kann
Bei halber Drehzahl strömt weniger Kältemittel durch dieselben Wärmetauscher. Die Übertragungsflächen sind damit relativ größer, die Temperaturdifferenzen kleiner — die Leistungszahl steigt. Viele Geräte erreichen ihr Effizienzmaximum bei 40 bis 60 % Last, nicht bei 100 %. Genau deshalb ist eine leicht unterdimensionierte Anlage im Betrieb oft sparsamer als eine großzügig gewählte.
Der Modulationsbereich ist die Kennzahl
Entscheidend ist, wie weit ein Gerät herunterregeln kann. Ein Beispiel für ein Haus mit 6 kW Heizlast bei −12 °C:
- An einem Tag mit +10 °C braucht das Haus nur rund 1,5 kW.
- Eine 8-kW-Maschine mit 30 % Mindestlast geht auf 2,4 kW herunter — sie taktet.
- Eine 6-kW-Maschine mit 25 % Mindestlast schafft 1,5 kW — sie läuft durch.
Fragen Sie deshalb im Angebot nicht nur nach der Nennleistung, sondern nach der minimalen Heizleistung bei +7 und +12 °C. Wie die passende Größe bestimmt wird, steht unter Welche kW-Leistung.
Was Modulation nicht ersetzt
- Anlagenvolumen: Auch ein Inverter braucht ein Mindestvolumen im Kreislauf, siehe Pufferspeicher.
- Offene Heizkreise: Schließen alle Thermostatventile, hilft kein Modulationsbereich — die Wärme kann nicht abgenommen werden.
- Hydraulischen Abgleich: Ohne ihn stimmen die Volumenströme nicht, siehe Abgleich.
- Richtige Heizkurve: Ein Inverter mit zu steiler Kurve heizt sparsam am Bedarf vorbei, siehe Heizkurve.
Der Nebeneffekt auf den Schall
Im Teillastbetrieb dreht der Ventilator langsamer, der Verdichter läuft ruhiger — der Schallleistungspegel sinkt um 5 bis 10 dB(A) gegenüber Volllast. Für die Nachtbewertung zählt allerdings der Pegel im tatsächlichen Betriebspunkt bei niedriger Außentemperatur, also eher Volllast. Die Bewertungsgrundlage steht unter Schallschutz.
Bedeutung für die Lebensdauer
Jeder Start belastet den Verdichter stärker als eine Stunde Dauerlauf. Ein modulierendes Gerät startet in der Übergangszeit vielleicht zweimal am Tag, ein taktendes zwanzigmal. Über zwanzig Jahre ist das der Unterschied zwischen Normalverschleiß und vorzeitigem Austausch — dazu Lebensdauer und Verschleiß.
Worauf im Datenblatt achten
- minimale und maximale Heizleistung bei A7, A2 und A−7
- Leistungszahl bei 50 % Last, nicht nur bei Nennleistung
- Mindestvolumenstrom und gefordertes Anlagenvolumen
- Schallleistung bei Nennlast und im Nachtbetrieb
- Verhalten bei Sperrzeiten nach § 14a EnWG
Wir wählen das Gerät nach dem Betriebspunkt aus, in dem es die meisten Stunden verbringt — mehr zum Gerätevergleich.



