Wer eine Wärmepumpe kauft, sollte ihre Schwächen kennen. Die meisten Nachteile lassen sich durch Planung entschärfen — zwei bleiben grundsätzlich bestehen: der hohe Anschaffungspreis und die Abhängigkeit vom Strompreis.
1. Hohe Anschaffungskosten
Eine Wärmepumpe kostet mit Einbau 25.000 bis 40.000 €, eine neue Gastherme 8.000 bis 14.000 €. Die Förderung dreht das Verhältnis um — bis zu 70 % Zuschuss bedeuten oft eine Endsumme unter 15.000 €. Ohne Förderung, etwa in Neubauten oder bei Wärmepumpe-gegen-Wärmepumpe, bleibt der Preisnachteil bestehen. Details unter Was kostet eine Wärmepumpe.
2. Abhängigkeit vom Strompreis
Die Betriebskosten hängen an einem einzigen Faktor: dem Strompreis pro Kilowattstunde. Steigt er, steigen die Heizkosten proportional. Dagegen hilft eigener Strom vom Dach, ein Wärmepumpentarif und die reduzierten Netzentgelte nach § 14a EnWG. Vollständig entkoppeln lässt sich der Betrieb nicht.
3. Empfindlich gegenüber schlechter Planung
Eine Gastherme verzeiht Auslegungsfehler, eine Wärmepumpe nicht. Zu groß dimensioniert, taktet sie; ohne hydraulischen Abgleich läuft sie zu heiß; mit falscher Heizkurve verbrennt sie Geld. Der Unterschied zwischen guter und schlechter Ausführung beträgt im Verbrauch leicht 30 %.
4. Geräusche im Außenbereich
Ein Ventilator und ein Verdichter arbeiten hörbar — 45 bis 55 dB(A) Schallleistung. In dichter Bebauung ist der Aufstellort damit ein echtes Planungsthema und gelegentlich ein Grund für Nachbarschaftsstreit. Was hilft, steht unter Schallschutz und Schallschutzhaube.
5. Platzbedarf
Außengerät im Garten, Innenteil plus Warmwasserspeicher und oft ein Pufferspeicher im Haus: Realistisch sind 1,5 bis 2,5 m² Stellfläche im Technikraum. Wo vorher eine kompakte Gastherme an der Wand hing, wird es eng — dazu Innenaufstellung.
6. Grenzen im unsanierten Altbau
Braucht ein Gebäude an kalten Tagen mehr als 70 °C Vorlauf, wird der Betrieb teuer. Das betrifft vor allem unsanierte Bauten mit kleinen Gussradiatoren. Lösbar ist das über größere Heizflächen oder eine Hochtemperatur-Wärmepumpe — beides kostet Geld oder Effizienz.
7. Leistungsabfall bei Frost
Genau wenn am meisten Wärme gebraucht wird, liefert die Luft am wenigsten. Bei −10 °C erreicht eine Luft-Wärmepumpe nur noch 60 bis 75 % ihrer Nennleistung, die Arbeitszahl sinkt auf 2,0 bis 2,5. Erdwärme kennt dieses Problem nicht, kostet dafür in der Erschließung deutlich mehr, siehe Erdwärmebohrung.
8. Mehr Technik, mehr Störanfälligkeit
Verdichter, Ventilator, Umwälzpumpen, Regelung und Fühler — mehr bewegliche Teile als bei einem Brennwertkessel. Die Lebensdauer liegt bei 18 bis 22 Jahren, ähnlich einem Gaskessel; ein Verdichtertausch nach Ablauf der Garantie kostet aber 1.800 bis 3.500 €.
Was am Ende bleibt
| Nachteil | lösbar? |
|---|---|
| Anschaffungskosten | durch Förderung stark abgemildert |
| Strompreisabhängigkeit | teilweise, über PV und Tarif |
| Planungsempfindlichkeit | vollständig, durch Fachplanung |
| Schall | weitgehend, über Standort und Gerätewahl |
| Platzbedarf | begrenzt, durch Kompaktgeräte |
| Altbaugrenzen | meist, über Heizflächen |
Wer alle Punkte gegeneinander abwägen will, findet die Gegenrechnung unter Lohnt sich eine Wärmepumpe? und die Systemalternativen unter Alternativen im Vergleich.
Wir sagen Ihnen ehrlich, wenn Ihr Gebäude nicht passt — zur Beratung.



