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Ratgeber

Kälteleitung bei Split-Wärmepumpen: Verlegung und Pflichten.

Leitungslänge, Höhendifferenz, Zusatzfüllmenge, Vakuumieren und die Frage nach der Dichtheitsprüfung — was bei der Kältemittelleitung einer Split-Anlage zählt.

Münchener Wärmepumpen2 Min. Lesezeit
Kälteleitung bei Split-Wärmepumpen: Verlegung und Pflichten

Bei einer Split-Wärmepumpe verläuft der Kältekreis zwischen Außen- und Inneneinheit. Diese Verbindung ist die empfindlichste Stelle der Anlage: Sie entscheidet über Effizienz, Dichtheit und darüber, wer die Anlage später überhaupt anfassen darf. Der Unterschied zur Alternative steht unter Monoblock oder Split.

Länge und Höhendifferenz sind begrenzt

Jeder Hersteller gibt eine maximale Leitungslänge und einen maximalen Höhenunterschied zwischen den Einheiten vor — typisch sind Längen von 10 bis 30 Metern und Höhendifferenzen von 10 bis 20 Metern. Über eine Grundlänge hinaus ist Kältemittel nachzufüllen, angegeben in Gramm je zusätzlichem Meter. Diese Menge gehört ins Inbetriebnahmeprotokoll, weil sie die Gesamtfüllmenge und damit die Betreiberpflichten verändert.

Praktische Folge für die Planung: Die Inneneinheit sollte möglichst nah an der Außenwand stehen. Jeder Meter Leitung kostet Effizienz, Kältemittel und Geld — und lange Leitungen durch das ganze Haus sind ein häufiger Grund dafür, dass eine Anlage die Herstellerwerte nicht erreicht.

Ausführung

  • Rohrmaterial: weichgeglühtes Kupfer in Kältequalität, sauber und trocken gelagert, Enden bis zum Anschluss verschlossen.
  • Verbindungen: Bördel nach Herstellervorgabe mit Drehmomentschlüssel, oder hartgelötet unter Stickstoffspülung. Ohne Spülung entsteht Zunder im Rohr, der später den Verdichter schädigt.
  • Dämmung: beide Leitungen einzeln, diffusionsdicht und lückenlos. Auf der kalten Seite ist die Dampfsperre entscheidend, sonst durchfeuchtet die Dämmung und tropft.
  • Verlegung: Bögen großzügig, Rohr nicht knicken, Wanddurchführungen mit Schutzrohr und Gefälle nach außen, Befestigung schwingungsentkoppelt.
  • Druck- und Dichtheitsprobe: mit Stickstoff nach Herstellervorgabe, anschließend Vakuumieren bis zum geforderten Restdruck mit Haltezeit. Wird zu kurz evakuiert, bleiben Feuchte und Luft im Kreis — der klassische Frühausfall.

Wer das ausführen darf

Arbeiten am Kältekreis setzen einen Sachkundenachweis nach der F-Gase-Verordnung voraus. Für Privatpersonen ist das keine Frage der Werkzeugausstattung, sondern der Zulassung — Eigenleistung ist hier ausgeschlossen, siehe auch Wärmepumpe in Eigenleistung. Bei der Betriebsauswahl lohnt die Nachfrage nach dem Zertifikat, siehe Fachbetrieb finden.

Dichtheitsprüfung: wann sie greift

Wiederkehrende Dichtheitskontrollen sind an das CO₂-Äquivalent der Füllmenge gekoppelt, nicht an die Kilogramm allein. Es ergibt sich aus Füllmenge mal Treibhauspotenzial des Kältemittels. Typische Einfamilienhaus-Splitgeräte mit wenigen Kilogramm R32 liegen unterhalb der Schwelle, ab der regelmäßige Prüfungen und ein Anlagenlogbuch verlangt werden; größere Anlagen in Mehrfamilienhäusern oder Gewerbeobjekten können sie überschreiten. Maßgeblich ist die Angabe auf dem Typenschild plus die nachgefüllte Menge — lassen Sie sich beides dokumentieren. Zur Einordnung der Stoffe siehe Kältemittel im Überblick.

Anlagen mit R290 (Propan) haben ein sehr niedriges Treibhauspotenzial und fallen aus dieser Systematik praktisch heraus. Weil Propan brennbar ist, werden solche Geräte allerdings meist als Monoblock gebaut, bei dem der Kältekreis werkseitig geschlossen bleibt und im Haus nur Heizungswasser fließt.

Was das für die Gerätewahl bedeutet

Split ist sinnvoll, wenn die Inneneinheit nah an der Außenwand steht, im Winter kein Frostrisiko für wassergefüllte Außenleitungen entstehen soll und der Betrieb die Kältetechnik sauber beherrscht. Monoblock ist die einfachere Baustelle mit weniger Schnittstellen. Beide Wege funktionieren — entscheidend ist die Ausführungsqualität, nicht das Prinzip. Zur Aufstellung siehe Aufstellort und Innenaufstellung.

Wir bauen beide Bauarten und dokumentieren Füllmengen vollständig — Anfrage stellen.

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