Wärmepumpenstrom ist günstiger als Haushaltsstrom, weil der Netzbetreiber die Anlage bei Bedarf steuern darf und dafür reduzierte Netzentgelte gewährt. Der Unterschied liegt je nach Anbieter bei 4 bis 9 Cent pro Kilowattstunde — bei 5.500 kWh Jahresverbrauch also 220 bis 500 €.
Voraussetzungen für einen Wärmepumpentarif
- Die Anlage ist beim Netzbetreiber angemeldet und als steuerbare Verbrauchseinrichtung eingetragen.
- Eine Steuereinrichtung oder ein Smart-Meter-Gateway ist installiert.
- Je nach Netzentgelt-Modul ist ein separater Zählpunkt vorhanden — Details unter Stromanschluss und Zähler.
- Der Wärmepumpenstrom wird getrennt gemessen oder über ein zugelassenes Verfahren zugeordnet.
Ohne diese Grundlagen bleibt nur der Haushaltstarif. Wer nachrüsten will, klärt das mit Installateur und Netzbetreiber — der Aufwand rechnet sich meist im ersten Jahr.
Ein Zähler oder zwei?
| Gemeinsame Messung (Modul 1) | Separater Zählpunkt (Modul 2) | |
|---|---|---|
| Zählerkosten | keine zusätzlichen | 20–60 € Messentgelt im Jahr |
| Tarifwahl | ein Tarif für alles | eigener Wärmepumpentarif möglich |
| Vorteil | pauschaler Netzentgelt-Abschlag | reduzierter Arbeitspreis |
| Lohnt ab | immer | hohem gesteuertem Verbrauch |
Die Systematik der beiden Module erklärt der Beitrag zu § 14a EnWG.
Was den Preis ausmacht
Ein Wärmepumpentarif besteht aus Grundpreis und Arbeitspreis. Beim Vergleich zählen drei Punkte, die Vergleichsportale unterschiedlich gewichten:
- Realistischer Jahresverbrauch: nicht schätzen — Zählerstand aus dem Vorjahr nehmen. Zu niedrige Angaben verzerren jedes Ranking.
- Preisgarantie: Eine 12-Monats-Garantie auf den Arbeitspreis ist üblich; Garantien, die Steuern und Abgaben ausklammern, sind weniger wert.
- Boni: Neukundenboni schönen das erste Jahr. Rechnen Sie den Preis auch ohne Bonus, denn im zweiten Jahr gilt der Grundtarif.
Grundversorgung — der teure Standard
Wer nie gewechselt hat, ist beim Grundversorger. Dessen Wärmepumpentarif ist selten der günstigste, dafür kurzfristig kündbar (zwei Wochen) und ohne Vorkasse. Als Rückfalloption ist er wertvoll: Bei einer Anbieterinsolvenz landet man automatisch dort und bleibt versorgt.
Der Wechsel Schritt für Schritt
- Schritt 1: Zählernummer und Marktlokations-ID des Wärmepumpenzählers heraussuchen — sie stehen auf der Jahresabrechnung.
- Schritt 2: Jahresverbrauch aus zwei Vorjahren mitteln.
- Schritt 3: Tarife vergleichen, dabei Arbeitspreis ohne Bonus als Maßstab nehmen.
- Schritt 4: Neuer Anbieter kündigt beim alten — selbst kündigen ist nicht nötig und führt zu Lücken.
- Schritt 5: Abschlag realistisch einstellen, nicht zu niedrig — sonst folgt eine hohe Nachzahlung.
Der Wechsel dauert zwei bis sechs Wochen und ändert nichts an Leitung, Zähler oder Versorgungssicherheit.
Dynamische Tarife
Seit alle Anbieter zeitvariable Tarife anbieten müssen, ist Wärmepumpenstrom nach Börsenpreis möglich. Sinnvoll wird das mit Speichermasse und einer Regelung, die auf günstige Stunden reagiert — etwa über SG Ready oder ein Energiemanagement. Ohne Automatisierung bringt es wenig, weil niemand nachts von Hand die Warmwasserbereitung startet. Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem.
Was noch mehr spart als der Tarifwechsel
Ein Wechsel bringt einmalig 200 bis 500 € im Jahr. Eine schlecht eingestellte Anlage kostet dauerhaft mehr: Jedes Kelvin zu hohe Vorlauftemperatur schlägt mit 2,5 % zu Buche, ein mitlaufender Heizstab mit dem Dreifachen. Prüfen Sie deshalb zuerst die Anlage, dann den Tarif — die Diagnose steht unter Verbraucht zu viel Strom und die Grundlagen unter Stromverbrauch und Tarif.
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